Tankard Biographie
Tankard
Der TANKARD ist voll. Randvoll. Voll und gärig. Also sozusagen volljährig. 734 Jahre nach der Bekanntgabe des Reinheitsgebots für deutsche Hopfen-und-Malz-Getränke feiert der wüste Haufen vom Weißwurstäquator sein 18-jähriges Gründungsjubiläum. Der Titel des aktuellen Jubel-Albums knallt denn auch ins Fass, wie Stoibers Bolzen beim Oktoberfest-Anstich: "Kings Of Beer". Da gehen selbst gestandene True-Metaller in die Knie... Always walking on the bright side of life? Bei TANKARD stellt sich die Frage nicht. Unbeeindruckt von den musikalischen Trends und Strömungen der letzten drei- bis vierhundert Jahre ziehen die Frankfurter Originale konsequent ihren eigenen Stil durch. Nachzuhören ist das Ganze auf dem mittlerweile elften Output der Hessen. Aber blenden wir erst mal in die Steinzeit der Bembel-Betbrüder zurück... 1982 gründet sich die deutlich von der Thrash-Bewegung beeinflusste Band, um nur zwei Jahre später mit dem plakativ betitelten "Heavy Metal Vanguard"-Demo ihren Szene-Einstand abzuliefern. Die dazugehörigen Pressefotos, die Frontmann Andreas "Gerre" Geremia und seine Saufkumpane in einem mit Bierflaschen vollgeladenen Einkaufswagen präsentierten, trafen voll ins Schwarze: TANKARD wurden ihren Ruf als passionierte Alkoholvernichter nie mehr los. Da sich auch die Texte des 1986 veröffentlichten Debüt-Albums "Zombie Attack" als äußerst humorig erwiesen - ein Trademark, das die Frankfurter bei späteren Releases rigoros beibehielten - eilte der rüden Kapelle schnell der Ruf einer Fun-Image-Band voraus. TANKARD auf flache Witze zu reduzieren, täte der Combo jedoch Unrecht, da man zusammen mit Acts wie Destruction, Sodom und Kreator die Speerspitze der deutschen Thrash Metal-Bewegung bildete und aufgrund guter internationaler Pressereaktionen seinen Anteil an der Etablierung dieses "Teutonen-Sounds" hatte.Die Jahre gingen ins Land, aber die Hessenschädel ließen sich auch durch diverse Line-up-Wechsel, Business-Querelen und andere Schlechtwetterfronten nicht davon abhalten, konstant Alben zu veröffentlichen und ihrer Gemeinde live die Rübe abzumontieren.
Längst haben sich TANKARD mit ihrem treibenden Thrash Metal eine solide Fanbasis erspielt. Ihre eigene Nische - den gutsortierten Bierkeller - haben sie sich eh schon von Beginn an erkämpft. Wer auf derben, rifforientierten Metal mit augenzwinkernden Texten steht, kommt auch im Jahr 2000 nicht an der Band vorbei, zumal es momentan von Vorteil ist, sich das Attribut "Old School" an die Brust heften zu können. Wer außer TANKARD könnte ruhigen Gewissens mit diesem mittlerweile inflationär gebrauchten Slogan werben? Die Kerls um Frontsau Gerre, von herbfrischen Insidern wegen seines sonnigen Gemüts schon mehrfach zum legitimen Heinz-Schenk-Nachfolger gekürt, haben sich längst in den Annalen der deutschen Rockmusik verewigt. Für "Kings Of Beer" trafen sich die Schluckspechte zum x-ten Mal am Tresen von Stammwirt Harris Johns, der damit bei allen (!) Releases der beliebten Krawallbrüder Zapfhahn und Mischpult unter Kontrolle hatte. In gewohnt spritziger Weise zimmerten die Herren im Spiderhouse-Studio ein sattes Dutzend Stimmungsgranaten zusammen. Doch TANKARD wären nicht TANKARD, wenn sie sich nicht alle Jahre wieder einen besonderen Clou einfallen lassen würden. Diesmal lassen sie mit dem Titeltrack die Korken knallen. Die Nummer lässt mit ihren hym-nischen Bombast-Chören Erinnerungen an die Kollegen von Manowar, die "einzig wahren Kings of Metal" aufkommen. Auch die ironische Textzeile "other bands will play but we all come to drink..." sowie die im typischen TANKARD-Stil gehaltene visuelle Umsetzung des Albumtitels "Kings Of Beer" - asozial, aber geil - sind als ironischer Seitenhieb in Richtung allzu ernsthafter Traditionalisten zu sehen. Bei allem Spaß - ein bisschen Ernst muss sein: Die Herren vom Mainufer erweisen sich traditionell als stille Beobachter und weniger stille Kritiker des einheimischen Spießertums, wie nicht zuletzt das eindeutige ´Talk Show Prostitute´ beweist: ein Seitenhieb auf die Bärbel Schäfers und Hans Meisers unserer bunten, aber wenig zivilisierten TV-Republik. Weitaus weniger seriös krachen allerdings Tracks wie ´Mirror, Mirror´, ´Tattoo Coward´ oder ´Hot Dog Inferno´ durchs Trommelfell. Stücke, mit denen die Hessen beweisen, dass sie wie kaum eine andere Band in der Lage sind, alltägliche Geschichten mit Ironie, Witz und Unfug zu verarbeiten.
Für die absolut eingeschworenen Freaks unter ihrer Anhängerschaft haben sich TANKARD mit der Neueinspielung des ´84er Demoklassikers ´Incredible Loudness´ etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Zumal der Text mitsamt der horrormäßigen Schulenglisch-Fehler im Verhältnis 1:1 übernommen wurde. Aber Humor ist, wenn man trotzdem lacht, und TANKARD rollen ihre Fun-Attacken gewohntermaßen per Fass ins Lokal. Verpackt sind all diese elementaren Statements und Ansichten im typischen TANKARD-Sound, der von einer tighten Rhythmus-Abteilung vorangetrieben wird, auf zündenden Riffs basiert und vorrangig von Gerres markantem Organ (ähem – seinen Stimmbändern...) dominiert wird. Filigrane Gitarrensoli, atmosphärische Balladen oder mehrstimmige Arrangements sucht man nach wie vor vergeblich. Aber das ist auch gut so. Denn bei aller Liebe zum urdeutschen Hopfentee und allerlei Hochprozentern haben TANKARD niemals den Fehler begangen, sich selbst allzu ernst zu nehmen oder sich mit überzogenen Ansprüchen zu verheben. Selbiges sei jedem Rezensenten empfohlen...
Line Up:
Gerre – Gesang
Olaf – Drums
Frank – Bass
Andy – Gitarre
Längst haben sich TANKARD mit ihrem treibenden Thrash Metal eine solide Fanbasis erspielt. Ihre eigene Nische - den gutsortierten Bierkeller - haben sie sich eh schon von Beginn an erkämpft. Wer auf derben, rifforientierten Metal mit augenzwinkernden Texten steht, kommt auch im Jahr 2000 nicht an der Band vorbei, zumal es momentan von Vorteil ist, sich das Attribut "Old School" an die Brust heften zu können. Wer außer TANKARD könnte ruhigen Gewissens mit diesem mittlerweile inflationär gebrauchten Slogan werben? Die Kerls um Frontsau Gerre, von herbfrischen Insidern wegen seines sonnigen Gemüts schon mehrfach zum legitimen Heinz-Schenk-Nachfolger gekürt, haben sich längst in den Annalen der deutschen Rockmusik verewigt. Für "Kings Of Beer" trafen sich die Schluckspechte zum x-ten Mal am Tresen von Stammwirt Harris Johns, der damit bei allen (!) Releases der beliebten Krawallbrüder Zapfhahn und Mischpult unter Kontrolle hatte. In gewohnt spritziger Weise zimmerten die Herren im Spiderhouse-Studio ein sattes Dutzend Stimmungsgranaten zusammen. Doch TANKARD wären nicht TANKARD, wenn sie sich nicht alle Jahre wieder einen besonderen Clou einfallen lassen würden. Diesmal lassen sie mit dem Titeltrack die Korken knallen. Die Nummer lässt mit ihren hym-nischen Bombast-Chören Erinnerungen an die Kollegen von Manowar, die "einzig wahren Kings of Metal" aufkommen. Auch die ironische Textzeile "other bands will play but we all come to drink..." sowie die im typischen TANKARD-Stil gehaltene visuelle Umsetzung des Albumtitels "Kings Of Beer" - asozial, aber geil - sind als ironischer Seitenhieb in Richtung allzu ernsthafter Traditionalisten zu sehen. Bei allem Spaß - ein bisschen Ernst muss sein: Die Herren vom Mainufer erweisen sich traditionell als stille Beobachter und weniger stille Kritiker des einheimischen Spießertums, wie nicht zuletzt das eindeutige ´Talk Show Prostitute´ beweist: ein Seitenhieb auf die Bärbel Schäfers und Hans Meisers unserer bunten, aber wenig zivilisierten TV-Republik. Weitaus weniger seriös krachen allerdings Tracks wie ´Mirror, Mirror´, ´Tattoo Coward´ oder ´Hot Dog Inferno´ durchs Trommelfell. Stücke, mit denen die Hessen beweisen, dass sie wie kaum eine andere Band in der Lage sind, alltägliche Geschichten mit Ironie, Witz und Unfug zu verarbeiten.
Für die absolut eingeschworenen Freaks unter ihrer Anhängerschaft haben sich TANKARD mit der Neueinspielung des ´84er Demoklassikers ´Incredible Loudness´ etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Zumal der Text mitsamt der horrormäßigen Schulenglisch-Fehler im Verhältnis 1:1 übernommen wurde. Aber Humor ist, wenn man trotzdem lacht, und TANKARD rollen ihre Fun-Attacken gewohntermaßen per Fass ins Lokal. Verpackt sind all diese elementaren Statements und Ansichten im typischen TANKARD-Sound, der von einer tighten Rhythmus-Abteilung vorangetrieben wird, auf zündenden Riffs basiert und vorrangig von Gerres markantem Organ (ähem – seinen Stimmbändern...) dominiert wird. Filigrane Gitarrensoli, atmosphärische Balladen oder mehrstimmige Arrangements sucht man nach wie vor vergeblich. Aber das ist auch gut so. Denn bei aller Liebe zum urdeutschen Hopfentee und allerlei Hochprozentern haben TANKARD niemals den Fehler begangen, sich selbst allzu ernst zu nehmen oder sich mit überzogenen Ansprüchen zu verheben. Selbiges sei jedem Rezensenten empfohlen...
Line Up:
Gerre – Gesang
Olaf – Drums
Frank – Bass
Andy – Gitarre




