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Taproot Biographie

Taproot

Taproot_medium
Stephen Richards-(v,g)
Mike De Wolf-(g)
Philip Lipscomb-(b)
Jarod Montague-(dr)

In seinem Haus in Ypsilante, Michigan, sitzt Stephen Richards und denkt über jene Frage nach, die ihm am allermeisten gestellt wird: Was für eine Band ist TAPROOT? „Was ich den Leuten am liebsten sage, ist, dass wir heavy genug sind, zweimal auf dem Ozzfest gespielt zu haben, andererseits aber die einzige Band sind, die sich komplett in weiß kleidete.“

Zwischen den Stühlen und vorsätzlich unhomogen, so geben sich TAPROOT am liebsten, die mit Blue-Sky Research nun ihr drittes Album fertig haben. Sie legen Wert darauf, ‚heavy’ zu sein und die Fans zum Headbangen zu bringen, aber sie haben eine natürliche Abneigung dagegen, das Bild einer puristischen Rockband zu erfüllen. So ist es jetzt, und so war es bei ihrer Gründung, als Stephen Richards und Gitarrist Mike DeWolf sich 1997 mit Drummer Jarrod Montague und Bassmann Philip Lipscomb zusammentaten. „Ja, wir distanzieren uns ausdrücklich davon, eine reine Heavy.Band zu sein,“ stimmt Richards zu. „Ich denke, klar, wir haben eine menge Heavy-Songs im Programm, aber das ist für uns nicht das wichtigste. Es geht darum, unser Bestes zu geben und mit aller Inspiration und allen Leuten, die uns zur Seite stehen das zusammenzustellen, was wir für das bestmögliche Album halten. Und das kann sehr unterschiedlich sein, ist aber das, was alle von uns wollen.“

Nach dem Atlantic-Debüt Gift (2000) und dem Nachfolger Welcome (2002) galten TAPROOT zunächst als neue Hoffnung des New Metal, stellen aber mit Blue-Sky Research klar, dass ihre Entwicklung einen durchaus anderen Weg verfolgt. Mit einer gelungenen Mischung aus großflächigen Rockriffs, sensibler Gitarrenarbeit und adultem Gesang gehen TAPROOT eigene Wege und konnten sich, außer auf die nach wie vor brillante Studioarbeit von Toby Wright, auf die helfenden Hände eines Prominenten Kollegen verlassen. Niemand geringeres als Ex-Smashing Pumpkins-Kopf Billy Corgan produzierte drei Songs: Lost In The Woods, Violent Seas und Promise. „Es war absolut groß, mit ihm zu arbeiten,“ betont Dowel. „Wenn du einen Song gespielt hattest, kam Billy mit mindestens 5-10 neuen Ideen an. ‚Spielt das einfach, denkt nicht darüber nach’, war sein Standardsatz.“ Und Richards erinnert sich: „Wir waren über eine Woche in Chicago mit ihm zusammen, und es war sehr cool. Promised zum Beispiel war ursprünglich der härteste Song, den wir hatten und ist nun zum besten ‚untypischen TAPROOT-Song’ geworden. Eine sehr schöne Nummer.“

Billy Corgan seinerseits zeigte sich angetan von der Arbeitsmoral der Band. Richard: „Am Anfang war er sehr distanziert, aber am Ende mochte er die Band wirklich. ‚Ihr arbeitet wirklich hart, ihr macht sogar weiter, wenn ich gehe,’ sagte er. Nun, das war für uns selbstverständlich.“

Zurück in Los Angeles stieß dann Toby Wright (Alice In Chains, Korn, Metallica), der auch Welcome in ein Glanzstück verwandelt hatte, wieder dazu, „und wir hatten das Gefühl: gut, jetzt geht es wieder einen Schritt nach vorn.“ Hier liefen nun die Live-Erfahrungen und das mit Corgan Gelernte zusammen und verband sich zu einer homogenen Einheit. „Die Arbeit ging gut voran, wir hatten Spaß am Experimentieren und wuchsen als Band.“ Und Montague ergänzt: „Toby hatte uns beim letzten Album in den Arsch getreten, und genau das sollte er nun wieder tun.“

Schnell zeigte sich, dass die Band einen weiteren Reifegrad erlangt hatte. „Wir merkten, wie wir die einzelnen Teile in den Songs besser verbinden konnten, wie sich ein Flow im Spiel entwickelte,“ erklärt Montague. „Mike hat hervorragende Arbeit geleistet, wie man mit dem Akkord-Spiel vorankommt, ohne in die üblichen Heavy-Kanäle zu kommen und die Riffs künstlich aufzublähen.“

Blue-Sky Research ist TAPROOT auf den Punkt gebracht und auf ihrem bisherigen soundtechnischen Höhepunkt. Schon der Opener I Will Not Fall For You überzeugt mit einer kontrastreichen Mischung aus Sprödheit und Bombast, und wartet zusätzlich mit einem packendem Refrain mit ausgeprägtem Sinn für Melodie auf. Violent Seas lebt von seiner Entspanntheit und der beinahe sanften Atmosphäre, dagegen steht Facepeeler im Kontrast, das zunächst verhalten beginnt und dann eine explosive Kraft entwickelt. April Suits mit seiner Big-Beat-Rock-Energie und Birthday mit seinen traumhaften Melody-Hooks stehen ebenfalls für die Vielfalt auf Blue-Sky Research.
Nightmare überrascht mit dem Sound eines Kinderxylophons, einer Dulcimer und der Saitenbespannung eines Klaviers, das mit einem Gitarrenpick angeschlagen wird. Im Text geht es um Richards Abneigung gegen die Late-Night-Tele-Evangelisten.

Im US-Radio schlug Calling Wellen, das auch als erste Single aus dem Album kommt. Als drittbester Neueinsteiger in allen Active Rock-Stations landesweit feierte der Track hervorragenden Einstand. Calling zeichnet sich durch sein mittleres Tempo und die ausgeglichene Routine aus, die die Band hier an den Tag legt. Der Track zeigt mit seiner fast lockeren Souveränität deutlich den Fortschritt, den TAPROOT seit dem letzten Album gemacht haben. Der Clip zum Track wurde in Los Angeles von Moh Azima gedreht.

Im Juli gingen TAPROOT im Doppelpaket mit Chevelle auf US-Tournee, die erwartungsgemäß für Begeisterung sorgte, denn TAPROOT erspielten sich ihre ständig wachsende Fanbase vor allem durch ihren legendären Ruf als Top-Live-Band. Einige US-Headliner-Touren, die Teilnahme an den Ozzfesten 2000/2001 und vielbeachtete Gigs mit Mudvayne, Linkin Park, Incubus und Deftones sorgten für nachhaltige Popularität nicht nur in den USA.

Blue-Sky Research ist „der dritte kleine Schritt auf einer Treppe, die hoffentlich noch viele Stufen besitzt,“ so Richards. Und der Aufstieg, so sagt er, ist mindestens ebenso wichtig, wie oben anzukommen – wenn nicht sogar noch wichtiger.
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