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Terence Blanchard Biographie

Terence Blanchard

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Terence Blanchards Bedeutung reicht weit über den geschmeidigen Klang seines virtuosen Trompetenspiels hinaus. In den vergangenen zwanzig Jahren konnte er zahlreiche Poll-Gewinne für sich verbuchen, darunter den sensationellen Dreifach-Sieg im Jahr 2000 in der Downbeat-Jahresbilanz als bester Musiker und Trompeter des Jahres mit dem besten Album des Jahres. Blanchard war mehrfach für den Grammy nominiert und hat sich außerdem als Filmkomponist — vor allem für Spike Lee — Meriten erworben. Mit anderen Worten: Eigentlich war es längst überfällig, dass der Ausnahmetrompeter bei Blue Note unterschreibt. Blanchards Blue Note-Debüt „Bounce“ ist sein zehntes Album als Jazzmusiker (seine Diskographie verzeichnet zudem zwölf Soundtracks) und zeigt den heute 41-jährigen auf einem neuen Höhepunkt seines organischen künstlerischen Wachstums.

Es ist ziemlich genau zwei Jahrzehnte her, dass Blanchard von seinem Geburtsort New Orleans über New Jersey nach New York siedelte. 1982 löste er gemeinsam mit seinem Jugendfreund Donald Harrison (Saxophon) Wynton und Branford Marsalis als Frontline-Duo bei Art Blakeys Jazz Messengers ab. Schnell wurde Blanchard zu den führenden Exponenten einer neuen Jazz-Generation gerechnet; neben Wynton Marsalis galt er von Anfang an als zweiter großer Trompeter seiner Generation aus New Orleans. Nach gloriosen Jahren in New York zog es Blanchard 1996 wieder zurück in die Metropole im Mississippi-Delta, wo er bis heute lebt und arbeitet. Hier hat er mit Brice Winston (Tenor- und Sopransaxophon), Lionel Loueke (Gitarre, Gesang), Robert Glasper (Hammond B-3, Fender Rhodes), Aaron Parks (Piano), Brandon Owens (Bass) und Eric Harland (Schlagzeug) eine sehr junge, sehr motivierte, sehr ambitionierte Formation um sich geschart. Blanchard über seine neue Band: „Was ich an diesen Jungs mag, ist, dass jeder von ihnen in der Lage ist, ganz verschiedene Dinge zu tun und den Jazz in seiner Gesamtheit zu erfassen. Und sie haben auch keine Angst davor, es tatsächlich zu tun.“

In der Tat agiert Blanchard heute mit derselben noblen, zurückhaltenden Autorität, mit der einst sein Mentor Art Blakey die jungen Mitglieder der Jazz Messengers zu immer neuen Höchstleistungen antrieb. Blanchard vertraut voll und ganz dem Talent der von ihm zusammengestellten Musiker, und er lässt sie maßgeblich am kreativen Prozess teilhaben. So hat für „Bounce“ jedes Mitglied der Rhythmussektion — Pianist Parks, Bassist Owens und Schlagzeuger Harland — eine eigene Komposition beigesteuert. Auf den beiden formidablen Interpretationen von Ivan Lins’ „Nocturna“ und Wayne Shorters „Footprints“ zeigt sich Blanchard als handwerklich exzellenter Arrangeur, der souverän und entspannt Raum und melodische Entwicklung aufbaut. Den Kern des Albums bilden freilich drei Blanchard-Originale: Auf dem balladesken „Passionate Courage“, dem freier fließenden „Fred Brown“ und dem von afrikanischer Rhythmik strukturierten „Azania“ zeigt sich Blanchard als unverwechselbarer Komponist, der alle Idiome des postmodern verfeinerten Hardbop souverän miteinander zu verzahnen weiß. Auf „Azania“ rückt auch der junge Gitarrist Lionel Loueke aus Benin in den Vordergrund, der das Stück mit wortlosen, rhythmischen Chants vorantreibt. „Bounce“ schließt mit einem Doppeltrack, der die Blanchard-Komposition „Bounce“ mit der von Donald Harrison geschriebenen Nummer „Let’s Go Off“ verknüpft. Blanchard hat mit seinem alten Weggefährten einst so bemerkenswerte Alben wie „Black Pearl“ (1988) eingespielt; hier entfaltet sich im Trio-Kontext noch einmal die ganze Energie und der ganze Ausdrucksreichtum, mit dem New Orleans seinen Sohn Terence Blanchard aufgeladen hat.

Terence Oliver Blanchard wurde am 13. März 1961 in New Orleans geboren. Er hatte vom fünften Lebensjahr an Klavierunterricht und begann während einer Ausbildung bei Ellis Marsalis am New Orleans Center for Creative Arts mit dem Trompetenspiel. Ab 1980 studierte er an der Rutgers University in New Jersey. Nach seinem vierjährigen Engagement bei den Jazz Messengers, für die er zeitweise auch als musikalischer Direktor und Hauptkomponist arbeitete, fand er mit eigenen Formationen und Alben wie „Nascence“ (1986) und „Crystal Stair“ (1987) weithin Beachtung. In den neunziger Jahren schrieb, spielte und produzierte er unter anderem die Soundtracks für die Spike Lee-Filme „Malcolm X“, „Jungle Fever“ und „Mo Better Blues“. Mit seiner bislang letzten CD „Let’s Get Lost“ (2001) wurde er zum wiederholten Mal für einen Grammy nominiert. Und von seinem neuen Blue Note-Album „Bounce“ sagt er: „Die Arbeit an dieser Platte hat mich daran erinnert, warum ich mit dem Jazz überhaupt angefangen habe.“
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