The Alarm Biographie
The Alarm
Mike Peters ist verantwortlich für eine der kuriosesten Anekdoten in der jüngeren Geschichte der britischen Rockmusik. Zwei Jahre ist es her, dass der Sänger, Gitarrist und das einzig verbliebene Gründungsmitglied von The Alarm mit einer Single die UK-Charts stürmte, die vermeintlich von einer jungen Punkband stammte. The Poppy Field nannte sich die Band, für deren Videoclip Mike Peters einfach ein paar junge Leute angeheuert hatte. Der Trick funktionierte, der Song wurde zum Hit und viele britische Radiosender reagierten geradezu beleidigt, als der Coup aufflog. "Wir wussten, dass '45 RPM' nicht in den Rocksendungen gespielt worden wäre, wenn man gewusst hätte, dass sie von The Alarm stammt", rechtfertigte Mike Peters seine Vorgehensweise. Die filmreife Geschichte soll jetzt sogar fürs Kino adaptiert werden und Rhys Ifans ist als Hauptdarsteller im Gespräch. Dafür, dass The Alarm respektive The Alarm MMVI, wie sich die aktuelle Formation nun nennt, wieder im Gespräch ist, dürfte allein das neue Studioalbum "Under Attack" sorgen, mit dem sie ihren Einstand bei EMI markieren und mit "Superchannel" eine Single vorlegen, die wirklich das Zeug hat, auf allen Kanälen Alarm auszulösen. In Großbritannien schoss die Single geradewegs an die Spitze der Rock-Charts und schaffte den direkten Einstieg in die Top 30.
Die aktuelle Besetzung der Band kann sich wahrlich sehen lassen. Neben dem alten Haudegen Mike Peters bilden der Gitarrist James Stevenson (The Cult, Generation X), Bassist Craig Adams (The Cult, The Mission) und Schlagzeuger Steve Gruntly (Stiff Little Fingers) die erfahrene Band, die alle Songs gemeinsam komponiert hat. "Under Attack" wartet mit allen musikalischen Zutaten und Raffinessen auf, die ein klassisches Rockalbum ausmachen. War die Band schon in ihren frühen Jahren nicht selten mit U2 verglichen worden, trumpfen The Alarm MMVI in diesen Tagen ebenso leidenschaftlich und furios auf wie ihre irischen Kollegen. Aber Bono & Co. sind nicht die einzige Reverenz: "My Town" etwa ist eine entfesselte Rock'n'Roll-Hymne wie aus Bruce Springsteens Born-To-Run-Phase, "Cease And Desist" ein klassischer Punksong, bei dem die Ramones Pate gestanden haben könnten. Wer "Raindown" hört, weiß plötzlich, woher Bands wie Starsailor ihre euphorischen Melodien haben. "Something's Got To Give" pendelt zwischen Cult und den Manics, "Zero" und "I Never Left I Only Went Away" sind zwei weitere glänzende Beispiele dafür, dass man nicht wissen muss, wie eine Atombombe entschärft wird, um als Rockband richtig explosiv zu klingen. In dieser Form werden The Alarm, die sich ohnehin einer treuen Anhängerschaft erfreuen, viele neue Fans hinzugewinnen. Das ist Rockmusik mit Power und Passion.
The Alarm wurden 1983 von Mike Peters in Rhys, North Wales gegründet. Bis zu ihrer vorläufigen Auflösung im Jahr 1990 brachte es die walisische Band auf 14 Singles in den britischen Top 50 sowie auf sieben erfolgreiche Alben, von denen weltweit 5 Millionen Exemplare verkauft wurden. In ihren Anfängen noch mit The Clash verglichen, insbesondere wegen ihres ersten UK-Top-Hits "68 Guns" (1983), stand die Band im Laufe ihrer Karriere mit Bob Dylan, Neil Young und U2 auf der Bühne - live sind The Alarm schon immer eine Macht gewesen. 1986 schrieben sie mit dem ersten weltweit über Satellit von MTV übertragenen Konzert Fernsehgeschichte. In den Neunzigern startete Mike Peters mit Erfolg eine Solokarriere, gab sowohl in Europa als auch in den USA regelmäßig Soloakustikkonzerte oder ging mit Band auf Tournee. Gleichzeitig verwaltete er liebevoll das Erbe von The Alarm, indem er einmal im Jahr in North Wales das Live-Happening "The Gathering" organisierte, das Fans aus aller Welt anlockte und mittlerweile stets weit im Voraus ausverkauft ist. Kein Wunder, waren The Alarm doch eine der ersten Bands mit einer eigenen Fan-Website, bei der mehr als 20.000 Fans als Mitglieder registriert sind.
Mike Peters weiß aber auch genau, wie er seine Fans verwöhnen und bei der Stange halten kann. Nachdem zur Jahrtausendwende mit "The Twenty First Century Recording Company" sein eigenes Label gründete, veröffentlichte er darauf noch einmal alle Alben von The Alarm, digital remastered und jeweils samt rarer Photos sowie ausführlicher Linernotes, für die er alle Originalmitglieder der Band mobilisieren konnte. Mit dem "Alarm 2000 Collection"-Boxset offerierte er sogar neben allen Originalalben für jeden Abnehmer eine Bonus-CD mit einem exklusiv aufgenommenen und persönlich gewidmeten Song von Alarm nach Wahl des jeweiligen Käufers. Eine ebenso geniale wie einmalige Idee, für die sich Mike Peters die Arbeit aufbürdete, Tausende von Songs für seine Fans in aller Welt aufzunehmen. Das britische Musikmagazin Mojo war so angetan, dass es sich für ihr Boxset eine exklusive Coverversion erbat: "I Got My Mojo Working".
Nachdem Mike Peters 2004 seine Band mit der Single "45RPM" quasi inkognito in die Charts zurückgeführt hatte, offenbarte er noch im selben Jahr mit dem Album "In The Poppy Fields" die wahre Identität und Klasse von The Alarm, die in der noch heute gültigen Besetzung antrat. Nun, zwei Jahre später, zeigt sich die Band erneut in bestechender Form. Frontmann Mike Peters, der bereits vor zehn Jahren eine Krebserkrankung erfolgreich kuriert hatte (und dies mit dem Soloalbum "Feel Free" gebührend feierte), muss sich, nachdem die Krankheit im letzten Jahr wieder ausgebrochen war, in diesen Tagen erneut einer Chemotherapie unterziehen. Der ungemein willensstarke und tief gläubige Sänger und Gitarrist geht damit bewundernswert offen um. Auf seiner Website unterrichtet er seine Fans in sehr persönlichen Briefen über den Stand der Dinge. Sein Optimismus, den Krebs besiegen zu können, ist ungebrochen. Unter diesen Prämissen bekommt "Under Attack", dieser Siebenmeilenstiefelmarathon durch die Rockgeschichte, plötzlich eine ganz andere und tiefere Bedeutung. Man kann sich nur wünschen, dass Mike Peters den Kampf gewinnt und den künstlerischen Sieg, den er mit seinem ersten Major-Album seit mehr als einer Dekade zweifellos davontragen wird, in bestmöglicher Verfassung auskosten kann.
Die aktuelle Besetzung der Band kann sich wahrlich sehen lassen. Neben dem alten Haudegen Mike Peters bilden der Gitarrist James Stevenson (The Cult, Generation X), Bassist Craig Adams (The Cult, The Mission) und Schlagzeuger Steve Gruntly (Stiff Little Fingers) die erfahrene Band, die alle Songs gemeinsam komponiert hat. "Under Attack" wartet mit allen musikalischen Zutaten und Raffinessen auf, die ein klassisches Rockalbum ausmachen. War die Band schon in ihren frühen Jahren nicht selten mit U2 verglichen worden, trumpfen The Alarm MMVI in diesen Tagen ebenso leidenschaftlich und furios auf wie ihre irischen Kollegen. Aber Bono & Co. sind nicht die einzige Reverenz: "My Town" etwa ist eine entfesselte Rock'n'Roll-Hymne wie aus Bruce Springsteens Born-To-Run-Phase, "Cease And Desist" ein klassischer Punksong, bei dem die Ramones Pate gestanden haben könnten. Wer "Raindown" hört, weiß plötzlich, woher Bands wie Starsailor ihre euphorischen Melodien haben. "Something's Got To Give" pendelt zwischen Cult und den Manics, "Zero" und "I Never Left I Only Went Away" sind zwei weitere glänzende Beispiele dafür, dass man nicht wissen muss, wie eine Atombombe entschärft wird, um als Rockband richtig explosiv zu klingen. In dieser Form werden The Alarm, die sich ohnehin einer treuen Anhängerschaft erfreuen, viele neue Fans hinzugewinnen. Das ist Rockmusik mit Power und Passion.
The Alarm wurden 1983 von Mike Peters in Rhys, North Wales gegründet. Bis zu ihrer vorläufigen Auflösung im Jahr 1990 brachte es die walisische Band auf 14 Singles in den britischen Top 50 sowie auf sieben erfolgreiche Alben, von denen weltweit 5 Millionen Exemplare verkauft wurden. In ihren Anfängen noch mit The Clash verglichen, insbesondere wegen ihres ersten UK-Top-Hits "68 Guns" (1983), stand die Band im Laufe ihrer Karriere mit Bob Dylan, Neil Young und U2 auf der Bühne - live sind The Alarm schon immer eine Macht gewesen. 1986 schrieben sie mit dem ersten weltweit über Satellit von MTV übertragenen Konzert Fernsehgeschichte. In den Neunzigern startete Mike Peters mit Erfolg eine Solokarriere, gab sowohl in Europa als auch in den USA regelmäßig Soloakustikkonzerte oder ging mit Band auf Tournee. Gleichzeitig verwaltete er liebevoll das Erbe von The Alarm, indem er einmal im Jahr in North Wales das Live-Happening "The Gathering" organisierte, das Fans aus aller Welt anlockte und mittlerweile stets weit im Voraus ausverkauft ist. Kein Wunder, waren The Alarm doch eine der ersten Bands mit einer eigenen Fan-Website, bei der mehr als 20.000 Fans als Mitglieder registriert sind.
Mike Peters weiß aber auch genau, wie er seine Fans verwöhnen und bei der Stange halten kann. Nachdem zur Jahrtausendwende mit "The Twenty First Century Recording Company" sein eigenes Label gründete, veröffentlichte er darauf noch einmal alle Alben von The Alarm, digital remastered und jeweils samt rarer Photos sowie ausführlicher Linernotes, für die er alle Originalmitglieder der Band mobilisieren konnte. Mit dem "Alarm 2000 Collection"-Boxset offerierte er sogar neben allen Originalalben für jeden Abnehmer eine Bonus-CD mit einem exklusiv aufgenommenen und persönlich gewidmeten Song von Alarm nach Wahl des jeweiligen Käufers. Eine ebenso geniale wie einmalige Idee, für die sich Mike Peters die Arbeit aufbürdete, Tausende von Songs für seine Fans in aller Welt aufzunehmen. Das britische Musikmagazin Mojo war so angetan, dass es sich für ihr Boxset eine exklusive Coverversion erbat: "I Got My Mojo Working".
Nachdem Mike Peters 2004 seine Band mit der Single "45RPM" quasi inkognito in die Charts zurückgeführt hatte, offenbarte er noch im selben Jahr mit dem Album "In The Poppy Fields" die wahre Identität und Klasse von The Alarm, die in der noch heute gültigen Besetzung antrat. Nun, zwei Jahre später, zeigt sich die Band erneut in bestechender Form. Frontmann Mike Peters, der bereits vor zehn Jahren eine Krebserkrankung erfolgreich kuriert hatte (und dies mit dem Soloalbum "Feel Free" gebührend feierte), muss sich, nachdem die Krankheit im letzten Jahr wieder ausgebrochen war, in diesen Tagen erneut einer Chemotherapie unterziehen. Der ungemein willensstarke und tief gläubige Sänger und Gitarrist geht damit bewundernswert offen um. Auf seiner Website unterrichtet er seine Fans in sehr persönlichen Briefen über den Stand der Dinge. Sein Optimismus, den Krebs besiegen zu können, ist ungebrochen. Unter diesen Prämissen bekommt "Under Attack", dieser Siebenmeilenstiefelmarathon durch die Rockgeschichte, plötzlich eine ganz andere und tiefere Bedeutung. Man kann sich nur wünschen, dass Mike Peters den Kampf gewinnt und den künstlerischen Sieg, den er mit seinem ersten Major-Album seit mehr als einer Dekade zweifellos davontragen wird, in bestmöglicher Verfassung auskosten kann.




