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The Fray Biographie

The Fray

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Die letzten Jahre waren ziemlich aufregend für The Fray aus Denver, die mit unwiderstehlich melodischen Pop-Songs in den USA derzeit zu absoluten Publikumslieblingen avancieren. The Fray wurde 2002 von Isaac Slade (Gesang, Piano) und Joe King (Gitarre, Gesang) gegründet. Die Band verdankt ihrer lokalen Verwurzelung und der Nähe zu den Fans sehr viel – die Grundlage für ihre Popularität wurde in Denvers lokaler Musikszene gelegt.

Joe und Isaac kannten sich noch aus der Schule. Als sie sich nach Jahren zufällig wieder trafen, stimmte die Chemie sofort und die alten Freunde fingen an, versuchsweise ein paar gemeinsame Stücke zu schreiben. Die Songs waren sehr gut und sie erweckten das Interesse zweier früherer Bandkollegen von Slade, Schlagzeuger Ben Wysocki und Gitarrist Dave Welsh. Beide halfen nur zu gerne, das Line-Up zu komplettieren. The Fray war geboren.

The Fray absolvierten Unmengen von Gigs in und um Denver und erspielten sich so nicht nur eine begeisterte Fanbasis, sondern auch die eifrige Unterstützung örtlicher Radiostationen (in den USA ist Radio-Airplay unersetzbar für den Erfolg einer Band). Die Gruppe gewann den „Best New Band“-Preis des meinungsmachenden Westword-Magazins aus Denver und wurde regelmäßig von den beiden wichtigsten ortsansässigen Rock-Sendern gespielt. Eine Demoversion von „Over My Head (Cable Car)“ wurde 2004 zu einem der dreißig meist gespielten Songs des Senders KTCL, obwohl das Stück nur vier Monate auf Rotation war. Die Welle der Begeisterung fand einen vorläufigen Höhepunkt in einer Hörer-Initiative, die sich auf die Fahnen geschrieben hatte, der heiß geliebten Band endlich einen Plattenvertrag zu verschaffen. Die Hörer-Kampagne zahlte sich aus: 2004 schloss die Gruppe einen Deal mit Epic Records ab. Bezeichnenderweise unterschrieb sie ihren Plattenvertrag nicht in einem Büro oder einem Hotelzimmer, sondern auf der Bühne des Fox Theatres in Boulder, Colorado.

Das Erfolgsgeheimnis von The Fray ist eine Mischung aus lokaler Verwurzelung und globaler Perspektive. „Natürlich hat in Denver alles angefangen“, sagt Joe King, „aber das Internet hat uns geholfen, ein US-weites Publikum zu erreichen, noch bevor uns die Radiosender gespielt haben. Ich erinnere mich an unsere erste Tour als Headliner, bei der wir in Städten aufgetreten sind, in denen wir nicht im Radio gespielt wurden und trotzdem hat das Publikum unsere Texte mitgesungen.“ Und er fügt hinzu: „Manche Leute glauben, dass wir aus dem Nichts nach oben geschossen sind, aber wir haben vier Jahre lang wirklich hart gearbeitet bis wir ein breites Publikum erreicht haben.“

Dave Welsh fügt hinzu: „An der Basis lebt und atmet die Musik, dort tankt sie Energie und Leidenschaft. Musik kann im Mainstream weiter existieren, aber fest verwurzelt ist sie zuhause bei den Fans. Ich denke, zum Musiker wird man in seiner Heimat. Als Künstler eines Major-Labels verfeinert man seine Fähigkeiten dann nur noch.“

Die erste Single des Albums „How To Save A Life” mit dem Titel „Over My Head (Cable Car)” kletterte in die Top 10 der Billboard Singlecharts, wurde mit Platin ausgezeichnet und in nur einem Monat über eine Million mal über die Band-Homepage beim Online-Musikforum MySpace gestreamt. Die Internet-Community MySpace ist ein wichtiges Forum für die Band: Über sechzehn Millionen mal wurden Stücke der Gruppe gestreamt, mehr als fünf Millionen Besucher besuchten bisher die The-Fray-Seite, 300.000 akkreditierte Freunde haben sich auf der Website eingetragen.

„Over My Head (Cable Car)” wurde inspiriert von einem vorübergehenden Zwist, den Sänger Isaac Slade mit seinem Bruder hatte: „Ich habe mich mit meinem Bruder Caleb gestritten. Nachdem er von der High School abgegangen war, haben wir uns gegensätzlich entwickelt und uns lange nicht unterhalten. Eines Tages sind wir ordentlich aneinander geraten. Das war wie ein reinigendes Gewitter. Wir waren zwanzig Jahre lang Freunde. Das ist eine ziemlich lange Zeit, wenn man erst 23 ist. Heute ist er wieder einer meiner engsten Vertrauten.“

Der Titelsong „How To Save A Life” basiert auf den Erfahrungen, die Slade als Mentor eines Crack-abhängigen Teenagers machte: „Als ich diesen Jungen kennen lernte, war ich ein wohlbehütetes Kerlchen aus der Vorstadt. Er hatte erst kurz seine Sucht überwunden und eine üble Kindheit und Jugend hinter sich. Zum Glück war er auf einem guten Weg, sein altes Leben hinter sich zu lassen und konnte so sehr objektiv zurückblicken. Der Song erinnert an sein langsames Abrutschen und an die persönlichen Beziehungen, die er verloren hat.“ Das Stück wird wahrscheinlich in der nächsten Zeit eines der am meisten nachgefragten Stücke bei Live-Auftritten sein – macht Slade sich Sorgen, dass der Song durch häufige Wiederholung seine Magie verlieren könnte? „Nein, überhaupt nicht. Es macht mir nichts aus, das Stück jeden Abend zu singen. Ich bekomme so viele E-Mails von Fans, für die der Song sehr wichtig ist. Das lädt ihn für mich neu mit Bedeutung auf.“

Dass sich so viele Fans in unterschiedlichen Lebenssituationen mit dem Stück identifizieren können, berührt Isaac Slade immer wieder: „Es gibt sogar eine Wohltätigkeitsorganisation, die sich `Save A Life` genannt hat. Sie wurde gegründet von einem Elternpaar, das seinen Sohn bei einem Autounfall verloren hat. ‚How To Save A Life’ war das letzte Stück, das er sich vorher herunter geladen hat. Ein Mädchen trauerte um ihre Mutter, die sich das Leben genommen hat. Sie schrieb mir, dass das Stück ihr half, den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten.“

Erst kürzlich sah die Band den Live-Mitschnitt eines Talentwettbewerbs, bei dem zwei Schuljungen das Stück bei einem Auftritt spielten. Für Gitarrist Joe King ein ganz besonderer Moment: „Der Kreis hat sich geschlossen. Vor acht Jahren war ich es, der begeistert die Stücke seines Lieblingsstars nachspielte. Es hat mich sehr berührt, dass das gleiche jetzt wieder passiert. Mit meinem Stück.“ Auch Slade und Wysocki fühlen sich an ihre ersten musikalischen Gehversuche erinnert: Vor Jahren hatten die beiden selbst an einem lokalen Nachwuchswettbewerb teilgenommen.

Das öffentliche Interesse an den Songs von The Fray nimmt stetig zu: Die Band dürfte in den Staaten eine der am häufigsten für TV-Soundtracks und -Trailer gebuchten Gruppen des Jahres 2006 sein. The-Fray-Songs waren zu hören in den Erfolgs-US-Serien Scrubs, Greys’ Anatomy, What About Brian, NCIS, One Tree Hill und Bones und in den Sommer-Spots des renommierten TV-Senders HBO. Joe King ist begeistert: „Der letzte HBO-Spot und der Grey’s-Anatomy-Spot haben mir bisher am besten gefallen; bei beiden wurde `How To Save A Life` eingesetzt. Ich kann mich erinnern, dass ich letztes Jahr den HBO-Spot mit Aqualung gesehen haben und ich war fast schon ein bisschen eifersüchtig, weil der so wahnsinnig toll war. Ich habe sofort unser Management angerufen und nachgefragt, ob wir auch so einen Spot kriegen können aber die haben mir wenig Hoffnung gemacht, weil das wirklich schwierig ist. Als ich unseren HBO-Spot gesehen habe, war ich wie erstarrt. Ich habe fast vergessen zu atmen und hatte Gänsehaut.“

In der Folge erreichte „How To Save A Life” bald Platin-Status und statt in kleinen Clubs und als Support-Act wie vorher spielte die Band in immer größeren Hallen. Darunter war auch ein Heimspiel im legendären Red Rocks in Denver, einer Veranstaltungshalle, in der schon U2 gespielt hat (zwei Stücke der U2-Live-EP Under A Blood Red Sky wurden dort aufgenommen) und Rock-Größen wie Incubus und Dave Matthews Band, die ebenfalls Live-Aufnahmen von ihren Red-Rocks-Shows veröffentlicht haben. Ben Wysocki: „Wenn du die Vorband bist, hast du dreißig oder vielleicht fünfundvierzig Minuten Zeit um zu zeigen, was du drauf hast. Das ist natürlich meistens zu kurz. Als Hauptact hast du eine oder anderthalb Stunden um mit dem Publikum warm zu werden. Du bist verantwortlich für die eigentliche Show und musst einen guten, mitreißenden Auftritt abliefern. Stress bedeutet beides, aber Headliner zu sein macht einfach viel mehr Spaß.“

Wer die Band noch nicht live gesehen hat, kann sich das exklusive Live-Bootleg „Live At The Electric Factory“ bei iTunes herunterladen, das am 18. Juli erschienen ist. iTunes und The Fray bildeten von Anfang an ein Erfolgsteam: Das Album der Band war sechs Monate in den Verkaufs-Top 10 des Internet-Musikanbieters, ein Ergebnis, das selbst für etablierte Künstler bemerkenswert ist. Natürlich ist die Live-Veröffentlichung auch ein Teaser, der (zunächst hauptsächlich US-Fans) neugierig machen soll auf die kommende Tour: Ab September 2006 sind The Fray wieder in den Staaten unterwegs.

Und 2007? The Fray haben zunächst Auftritte in Australien geplant, wo „Over My Head (Cable Car)” auf die Nummer Eins der Radiocharts geklettert ist. Shows in Neuseeland, Japan und Deutschland sollen folgen, außerdem eine große Sommer-Tour durch die USA. Dann geht es ins Studio um am Nachfolge-Album zu „How To Save A Life“ zu arbeiten.

Im September 2006 können sich endlich auch Pop-Fans in Deutschland von den erstklassigen Live-Qualitäten von The Fray überzeugen. Im Rahmen des diesjährigen „SWR 3 New Pop Festivals“ wird das Quartett am 23.9. im Theater Baden Baden seine Songs, die Vergleiche mit europäischen Genre-Topsellern wie Keane oder Coldplay zu keiner Zeit scheuen muss, erstmals einem deutschen Publikum präsentieren. Das The-Fray-Debütalbum „How To Save A Life“ erscheint hierzulande Ende Oktober.
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