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The Kooks Biographie

The Kooks

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The Kooks sind angetreten, um unseren Glauben an das englische Songwritertum von Supergrass über die frühen Blur bis zu den Kinks (und weit darüber hinaus) zu retten. So frisch, so rotzig und so überraschend vielfältig kam schon lange keine Band mehr daher!

In England sind The Kooks bereits auf dem besten Wege, die Musikwelt zu erobern: ihre beiden bisher veröffentlichen Singles sind promt in die Top 30 der Charts eingestiegen, und außerdem hat sich die Band mit ihren unglaublich energetischen Live Shows eine exzellente Live-Reputation erspielt, was sie u.a. als Support von The Thrills, The Dead 60's und The Subways unter Beweis stellen durften.

Um unnötiges Wälzen von Slang-Wörterbüchern gleich vorab zu vermeiden: The Kooks (amerik.: "Die Verrückten", "Die Spinner") haben sich (das nur für diejenigen, die es sich nicht sowieso schon gedacht haben) nach dem gleichnamigen Stück auf David Bowies "Hunky Dory" benannt. The Kooks lieben Herausforderungen, ja, sie umarmen sie geradezu. Luke Pritchard, der gerade einmal 20jährige Sänger der Kooks, konstatiert selbstbewusst: "Viele Bands neigen dazu, für immer und ewig das selbe Ding zu machen", und kringelt seine Syd Barrett-Locken. "Wir wollen genau das Gegenteil. Warum sich selbst beschränken, wenn es da draußen so viel Musik zu entdecken gibt?".

In ihren Songs wimmelt es von Vorfällen in Fahrzeugen des öffentlichen Nahverkehrs, Schlafzimmerkatastrophen (etwa, wenn "Eddie´s Gun" nicht so will, wie Eddie...) und anderen bekannt-schmerzhaften Erfahrungen des frühen Teenagerdaseins. Jedem, der schon mal verzweifelt auf einem Sofa gekauert hat, werden diese Songs ein paar Stiche der Erinnerung bescheren. Alle anderen werden The Kooks mit ihrer fröhlichen Respektlosigkeit sowieso rumkriegen.

Offenheit, Ideen und Inspiration im Überfluss: All das sind The Kooks, vier Jungs aus dem südenglischen Seebad Brighton. Seit sich Luke Pritchard (Gesang, Gitarre), Hugh Harris (Gitarre), Max Rafferty (Bass) und Paul Garred (Schlagzeug) 2003 im Rahmen eines Schulprojekts kennen lernten, haben sie einige aufwühlende Konzerte und eine England-Tour mit The Thrills gespielt, im Proberaum unablässig an der Übernahme der musikalischen Weltherrschaft gefeilt und nebenbei mehr als hundert Songs geschrieben. Diese unbändige Produktivität verdankt sich den unterschiedlichen musikalischen Einflüssen der Bandmitglieder (Reggae, Funk, Soul - und ja, sogar Jazz) und natürlich ihren jeweiligen, beinahe unermesslichen Plattensammlungen. Eine Stunde im Proberaum mit den Kooks gleicht deshalb im Normalfall auch einer fröhlichen Fahrt auf dem Riesenrad der Musikgeschichte, von The Police geht es zu den Everly Brothers, dann weiter zu Funkadelic und am Ende steht vielleicht noch etwas Mittelalter-Folkrock. Überrascht oder nicht, dass "Reptilia" von den Strokes der erste Song war, den The Kooks je gespielt haben?

Diese Vielfalt wirft aber auch Fragen auf, zunächst einmal für die Band selbst. Und so fanden sich The Kooks im Juli 2005 in den Londoner Konk Studios wieder, vor einem Berg von Songs und der schier unüberwindbaren Frage, wie dieser Berg wohl auf Albumlänge zu bringen sei. Nach sechswöchiger Klausur im Studio hatten sie es geschafft: Gemeinsam mit dem Produzentengenie Tony Hoffer (Beck, Air, Supergrass, Phoenix) hatten sie das kreative Chaos besiegt. Das Ergebnis ist ein triumphales erstes Album namens "Inside In/Inside Out", das in jedem Song vom Facettenreichtum dieser Band erzählt, in der Essenz aber doch eine ganz deutliche Sprache spricht: am Ende der vielen Studio-Metamorphosen stand die Entscheidung für Rock'n'Roll. "Jeder von uns schreibt Songs, aber wir haben alle ganz unterschiedliche musikalische Vorlieben. Also streiten wir uns ständig, welche Stücke wir wie spielen sollten", sagt Luke. "Weil Max und Hugh diesen Soul- und Reggae-Stil draufhaben, klingen wir ein bisschen nach Soul und Reggae, lebendig eben. Im Grunde sind wir also eine groovende Rock'n'Roll-Band, die die Leute zum Tanzen bringen will."

Die unglaubliche erste Single "Eddie's Gun" klingt dann auch wie die lärmende Punkversion eines XTC-Stückes, das mit "I Need You" von den Beatles eine wilde Party feiert. Der UK-Top 30-Hit "Sofa Song" tritt etwas leiser, schleicht sich sofort ins Ohr und geht nicht wieder weg. Im Windschatten dieser Hits drängeln sich unüberhörbar die ganz großen Namen: Velvet Underground, Marvin Gaye, The Clash, Bobby Womack, Prince, aber auch Sänger Luke Pritchards ewige Helden Neil Young, Nick Drake und Chuck Berry.

"Inside In/Inside Out" ist eine jener Platten geworden, die furchtlos, mit Leichtigkeit und voller Spielfreude über die Grenzen musikalischer Genres hinweg spazieren. Und deshalb wartet auf diesem Spaziergang auch hinter jedem Baum eine Überraschung: nach "Seaside", einer verführerischen Akustiknummer springt einem "See The World" entgegen, ein wilder Mix aus Garage, Acid und Funk, der auch von Hot Hot Heat auf Tollwut stammen könnte. "Oh La" ist ein Popsong über eine vom Leben gebeutelte Ex-Freundin, dem "You Don't Love Me" folgt, scharf wie ein Rasiermesser. Und während "She Moves In Her Own Way" der Soundtrack zum unbeschwerten kommenden Sommer werden könnte, rührt "Matchbox" unser heimliches Herz für Ska.

"Wir wollen mit unserer Musik Risiken eingehen", ergänzt Luke. "Ich fand es zum Beispiel großartig, dass sich The Coral auf ihrem ersten Album getraut haben, anders zu klingen. Ich finde, alle Bands sollten so sein: Entsprecht bloß nicht den Erwartungen! Und wir? Wir wollen im Moment einfach nur großartigen Pop machen. Viele Bands fürchten sich davor, völlig grundlos, wie ich finde. Es gibt nämlich nichts Besseres als gute Popmusik. Und wir wollen uns schließlich amüsieren!" Und dies ist ebenfalls garantiert für jeden, der das Kooks Album hören wird und die Band live erlebt!
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