Unholy Ghost Biographie
Unholy Ghost
„Lange nicht mehr so was geniales gehört! Total brutal, ultrahart und genial gespielt! Fiese Growls, sägende Gitarrenriffs, gnadenloses Drumming. Eine formidable Produktion. Optisch abgerundet wird diese Göttergabe durch ein fantastisches Coverartwork. Das beste Death Metal Album des noch jungen Jahres! Ach was, das beste Death Metal Album aller Zeiten! Ein Meisterwerk, keine Frage. Ein Klassiker, sowieso.“
So – oder zumindest so ähnlich – lesen sich in der Regel Biographien von Bands, die schon ein paar Alben veröffentlicht haben und einen gewissen Status in der Musikszene besitzen. Nur leider sind UNHOLY GHOST keine solche Band. Sie blicken weder auf eine üppig bestückte Discographie zurück, den man als Maßstab für das neue Album nehmen könnte, noch sind die Musiker schillernde Persönlichkeiten, die schon alleine durch ihren Namen auf die Band aufmerksam machen. Aus diesem Grunde sollem an dieser Stelle auch nicht endlose Lobhudeleien niedergeschrieben, sondern versucht werden, ein echtes Interesse an einer (noch) unbekannten Band zu wecken.
Aber was soll man über eine Band schreiben, die außer in Undergroundkreisen noch niemand kennt? Da gestaltet sich das Verfassen einer Biographie doch als recht schwierig. Vielleicht sollte man ordnungsgemäß einfach mal mit einem kurzen Abriss der Bandgeschichte anfangen. Here we go: UNHOLY GHOST wurden im Frühjahr 2003 von Drummer Aantar Lee Coates, Bassist und Sänger Paul Ouelette, Gitarrist Jerry Mortellaro und Kelly McLauchlin, ebenfalls Gitarrist, im Death Metal Staat Florida gegründet. Coates, Ouelette und Mortellaro dürfen all jenen ein Begriff sein, die mit dem Material von Diabolic vertraut sind, spielten doch alle drei vormals bei dieser Band. Kelly McLauchlin hingegen ist Gitarrist bei Pessimist, die ja nun auch keine Unbekannten im Death Metal Bereich sind. Schon bald nach ihrer Gründung spielten UNHOLY GHOST ihr erstes Demo ein, welches sie selbst finanzierten und vertrieben und das in Undergroundkreisen einigen Staub aufwirbelte. Nachdem Century Media Records durch das Demo auf die Band aufmerksam geworden waren und die Band gleich unter Vertrag nahmen, begaben sich UNHOLY GHOST umgehend in das renommierte Diet Of Worms Studio und unter die Fittiche von Produzent Juan „Punchy“ Gonzalez, welcher vor allem durch seine Arbeit mit Morbid Angel ein Begriff sein sollte, um ihr Debüt Album Torrential Reign aufzunehmen. Viel mehr gibt es an dieser Stelle eigentlich nicht zu UNHOLY GHOST zu sagen. Wie auch, wenn man gerade mal ein Jahr existiert.
Das Beste ist wahrscheinlich, einfach mal den Stil der Band zu charakterisieren. Wie sich aufgrund der Herkunft der einzelnen Bandmitglieder vermuten lässt, spielen UNHOLY GHOST die Art von Musik, die gemeinhin als Brutal US Death Metal bezeichnet wird. Und ja, die Vermutung stimmt. Das wird schon bei den ersten Tönen vom Opener „The Calling Of Sin“ klar. Hier bekommt der geneigte Hörer all die Trademarks vor den Latz geballert, die diese Musikrichtung ausmachen. Einfach anhören und Ihr wisst, was gemeint ist. Was sich jedoch auch noch dabei sehr schnell herausstellt, ist die Tatsache, dass UNHOLY GHOST neben all der genre-üblichen Stilmittel eine sehr düstere Atmosphäre in die Songs einfließen lassen, zweifellos ein Unterfangen, welches von einer Vielzahl von Bands aus diesem Bereich meist sträflich unterlassen wird. Und damit wären wir auch schon bei dem kleinen, aber feinen Unterschied, der Torrential Reign aus der diffusen Masse von gesichtslosen Death Metal Bands weit herausragen lässt. Das Album ist zum Großteil superschnell, klar, das war nicht anders zu erwarten. Nur anstatt mit Endlos-Blastbeats den Hörer zu Tode zu nerven, variieren UNHOLY GHOST das Tempo des öfteren und scheuen sich nicht, auch mal gemäßigtere Klänge anzuschlagen, die maßgeblich das Album in finstere Gefilde navigieren. Obwohl an dieser Stelle auch angemerkt werden sollte, dass Drummer Aantar Lee Coates nicht umsonst den Spitznamen „Blastmaster“ trägt.
Auf Torrential Reign wird gegrunzt, was die Stimmbänder hergeben. Auch das stimmt, nur versteht sich Sänger Paul Ouelette ein klein wenig besser darauf, seiner Stimme Tiefe und Facettenreichtum zu verpassen und markante Textzeilen auch mit der nötigen Akzentuierung hervorzuheben. Verstecken muss sich der guten Mann auf jeden Fall nicht hinter einem Glen Benton oder anderen Meistern der Zunft.
Das herausragenste Merkmal des Albums ist jedoch ohne Zweifel die Gitarrenarbeit von Jerry Mortellaro und Kelly McLauchlin. Nicht nur, dass sich die beiden Gitarreros mühelos sehr amtliche und stets eingängige Riffs aus den Ärmeln schütteln, nein, wirklich besonders sind die melodiösen Harmonien und kranken Kakophonien, die durch ihre Einzigartigkeit – in diesem Falle ausnahmsweise mal zutreffend – dem Album einen Tiefgang verleihen, der in der Regel bei Death Metal Alben in dieser Form nicht zu finden ist. Als Anspieltipps seien hier „The Calling Of Sin“, „Decimated“ (kranker Extrem-Death-Metal mit unglaublichen Blasts und Double Bass), „Under Existence“, „Entrenched“ (mit stilsicherem Kriegs-Intro und psychotischen Klangcollagen) und „Eyes Of The Lost“ (Groovemonster mit famosen Soli und finsterster Atmosphäre) genannt. Natürlich ließe sich jetzt sagen, dass UNHOLY GHOST das Rad nicht neu erfunden haben. Aber warum sollten sie auch. Auf Torrential Reign wird der Death Metal, wie wir ihn kennen und lieben, einfach noch einen Schritt weiter gedacht. Und das ist weit mehr, als man von einer so jungen Band erwarten kann.
Summa summarum lässt sich also festhalten, dass Torrential Reign, welches ein Cover Artwork von Mattias Norén (Arena, Andromeda, Into Eternity) ziert, jeden Fan von Morbid Angel, Krisiun, Vital Remains, Nile und Cannibal Corpse ansprechen dürfte, aber auch aufgrund der Vielschichtigkeit und des daraus resultierenden hohen Wiedererkennungswertes Fans von melodischeren Death Metal begeistern wird, auch wenn – oder besser gerade weil – das Album die Extreme des Genres verdammt weit ausreizt. Aber hey, wer gerne Justin Timberlake hört, der hat seinen CD-Player eh nach den ersten fünf Sekunden des Albums mit Entsetzen ausgemacht.
Der Underground hat die Klasse der Band schon erkannt (wer’s nicht glaubt, sollte mal die Demokritiken auf www.unholyghost.com lesen), nun gilt es also, den Rest der Szene für sich zu gewinnen. Gute Karten haben UNHOLY GHOST auf jeden Fall, denn Torrential Reign ist weiß Gott keine schlechte Leistung für eine noch so junge Band, möchte man sagen. Und eben deshalb gibt es jetzt zum Schluss doch noch ein paar Lobpreisungen: Torrential Reign setzt da an, wo Alben wie Morbid Angels „Domination“ oder Hate Eternals „King Of All Kings“ aufhören, forciert die Besonderheiten dieser Alben zu einem neuen Hybrid aus gnadenloser Brutalität und sinistrer Atmosphäre, üppig bestückt mit herausragenden Melodien und hohem Abwechslungsreichtum.
Die Behauptung ist übertrieben? Dann bitte noch mal ganz schnell „Torn Apart“ anhören (dauert auch nur knapp drei Minuten) und die Meinung überdenken. Könnte doch stimmen, oder?
Line-Up:
Jerry Mortellaro - guitar
Paul Ouelette - bass, vocals
Kelly McLauchlin - guitar
Aantar Lee Coates - drums
So – oder zumindest so ähnlich – lesen sich in der Regel Biographien von Bands, die schon ein paar Alben veröffentlicht haben und einen gewissen Status in der Musikszene besitzen. Nur leider sind UNHOLY GHOST keine solche Band. Sie blicken weder auf eine üppig bestückte Discographie zurück, den man als Maßstab für das neue Album nehmen könnte, noch sind die Musiker schillernde Persönlichkeiten, die schon alleine durch ihren Namen auf die Band aufmerksam machen. Aus diesem Grunde sollem an dieser Stelle auch nicht endlose Lobhudeleien niedergeschrieben, sondern versucht werden, ein echtes Interesse an einer (noch) unbekannten Band zu wecken.
Aber was soll man über eine Band schreiben, die außer in Undergroundkreisen noch niemand kennt? Da gestaltet sich das Verfassen einer Biographie doch als recht schwierig. Vielleicht sollte man ordnungsgemäß einfach mal mit einem kurzen Abriss der Bandgeschichte anfangen. Here we go: UNHOLY GHOST wurden im Frühjahr 2003 von Drummer Aantar Lee Coates, Bassist und Sänger Paul Ouelette, Gitarrist Jerry Mortellaro und Kelly McLauchlin, ebenfalls Gitarrist, im Death Metal Staat Florida gegründet. Coates, Ouelette und Mortellaro dürfen all jenen ein Begriff sein, die mit dem Material von Diabolic vertraut sind, spielten doch alle drei vormals bei dieser Band. Kelly McLauchlin hingegen ist Gitarrist bei Pessimist, die ja nun auch keine Unbekannten im Death Metal Bereich sind. Schon bald nach ihrer Gründung spielten UNHOLY GHOST ihr erstes Demo ein, welches sie selbst finanzierten und vertrieben und das in Undergroundkreisen einigen Staub aufwirbelte. Nachdem Century Media Records durch das Demo auf die Band aufmerksam geworden waren und die Band gleich unter Vertrag nahmen, begaben sich UNHOLY GHOST umgehend in das renommierte Diet Of Worms Studio und unter die Fittiche von Produzent Juan „Punchy“ Gonzalez, welcher vor allem durch seine Arbeit mit Morbid Angel ein Begriff sein sollte, um ihr Debüt Album Torrential Reign aufzunehmen. Viel mehr gibt es an dieser Stelle eigentlich nicht zu UNHOLY GHOST zu sagen. Wie auch, wenn man gerade mal ein Jahr existiert.
Das Beste ist wahrscheinlich, einfach mal den Stil der Band zu charakterisieren. Wie sich aufgrund der Herkunft der einzelnen Bandmitglieder vermuten lässt, spielen UNHOLY GHOST die Art von Musik, die gemeinhin als Brutal US Death Metal bezeichnet wird. Und ja, die Vermutung stimmt. Das wird schon bei den ersten Tönen vom Opener „The Calling Of Sin“ klar. Hier bekommt der geneigte Hörer all die Trademarks vor den Latz geballert, die diese Musikrichtung ausmachen. Einfach anhören und Ihr wisst, was gemeint ist. Was sich jedoch auch noch dabei sehr schnell herausstellt, ist die Tatsache, dass UNHOLY GHOST neben all der genre-üblichen Stilmittel eine sehr düstere Atmosphäre in die Songs einfließen lassen, zweifellos ein Unterfangen, welches von einer Vielzahl von Bands aus diesem Bereich meist sträflich unterlassen wird. Und damit wären wir auch schon bei dem kleinen, aber feinen Unterschied, der Torrential Reign aus der diffusen Masse von gesichtslosen Death Metal Bands weit herausragen lässt. Das Album ist zum Großteil superschnell, klar, das war nicht anders zu erwarten. Nur anstatt mit Endlos-Blastbeats den Hörer zu Tode zu nerven, variieren UNHOLY GHOST das Tempo des öfteren und scheuen sich nicht, auch mal gemäßigtere Klänge anzuschlagen, die maßgeblich das Album in finstere Gefilde navigieren. Obwohl an dieser Stelle auch angemerkt werden sollte, dass Drummer Aantar Lee Coates nicht umsonst den Spitznamen „Blastmaster“ trägt.
Auf Torrential Reign wird gegrunzt, was die Stimmbänder hergeben. Auch das stimmt, nur versteht sich Sänger Paul Ouelette ein klein wenig besser darauf, seiner Stimme Tiefe und Facettenreichtum zu verpassen und markante Textzeilen auch mit der nötigen Akzentuierung hervorzuheben. Verstecken muss sich der guten Mann auf jeden Fall nicht hinter einem Glen Benton oder anderen Meistern der Zunft.
Das herausragenste Merkmal des Albums ist jedoch ohne Zweifel die Gitarrenarbeit von Jerry Mortellaro und Kelly McLauchlin. Nicht nur, dass sich die beiden Gitarreros mühelos sehr amtliche und stets eingängige Riffs aus den Ärmeln schütteln, nein, wirklich besonders sind die melodiösen Harmonien und kranken Kakophonien, die durch ihre Einzigartigkeit – in diesem Falle ausnahmsweise mal zutreffend – dem Album einen Tiefgang verleihen, der in der Regel bei Death Metal Alben in dieser Form nicht zu finden ist. Als Anspieltipps seien hier „The Calling Of Sin“, „Decimated“ (kranker Extrem-Death-Metal mit unglaublichen Blasts und Double Bass), „Under Existence“, „Entrenched“ (mit stilsicherem Kriegs-Intro und psychotischen Klangcollagen) und „Eyes Of The Lost“ (Groovemonster mit famosen Soli und finsterster Atmosphäre) genannt. Natürlich ließe sich jetzt sagen, dass UNHOLY GHOST das Rad nicht neu erfunden haben. Aber warum sollten sie auch. Auf Torrential Reign wird der Death Metal, wie wir ihn kennen und lieben, einfach noch einen Schritt weiter gedacht. Und das ist weit mehr, als man von einer so jungen Band erwarten kann.
Summa summarum lässt sich also festhalten, dass Torrential Reign, welches ein Cover Artwork von Mattias Norén (Arena, Andromeda, Into Eternity) ziert, jeden Fan von Morbid Angel, Krisiun, Vital Remains, Nile und Cannibal Corpse ansprechen dürfte, aber auch aufgrund der Vielschichtigkeit und des daraus resultierenden hohen Wiedererkennungswertes Fans von melodischeren Death Metal begeistern wird, auch wenn – oder besser gerade weil – das Album die Extreme des Genres verdammt weit ausreizt. Aber hey, wer gerne Justin Timberlake hört, der hat seinen CD-Player eh nach den ersten fünf Sekunden des Albums mit Entsetzen ausgemacht.
Der Underground hat die Klasse der Band schon erkannt (wer’s nicht glaubt, sollte mal die Demokritiken auf www.unholyghost.com lesen), nun gilt es also, den Rest der Szene für sich zu gewinnen. Gute Karten haben UNHOLY GHOST auf jeden Fall, denn Torrential Reign ist weiß Gott keine schlechte Leistung für eine noch so junge Band, möchte man sagen. Und eben deshalb gibt es jetzt zum Schluss doch noch ein paar Lobpreisungen: Torrential Reign setzt da an, wo Alben wie Morbid Angels „Domination“ oder Hate Eternals „King Of All Kings“ aufhören, forciert die Besonderheiten dieser Alben zu einem neuen Hybrid aus gnadenloser Brutalität und sinistrer Atmosphäre, üppig bestückt mit herausragenden Melodien und hohem Abwechslungsreichtum.
Die Behauptung ist übertrieben? Dann bitte noch mal ganz schnell „Torn Apart“ anhören (dauert auch nur knapp drei Minuten) und die Meinung überdenken. Könnte doch stimmen, oder?
Line-Up:
Jerry Mortellaro - guitar
Paul Ouelette - bass, vocals
Kelly McLauchlin - guitar
Aantar Lee Coates - drums
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