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UnterWortverdacht Biographie

UnterWortverdacht

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2005 ging als Jahr der einschneidenden Veränderungen in die deutsche Geschichte ein.

Angela Merkel beerbte Gerhard Schröder. Tom Buhrow folgt auf „Mister Tagesthemen“ Ulrich Wickert. Glashaus brachte die Wärme zurück in die Seele der Musikwelt. Und last, but not least: UnterWortverdacht (kurz: UWVD) verabschiedeten offiziell die Tristesse des selbsternannten deutschen Gangster-Raps und des überbordenden HipHop-Einheitsbreis – und steuern gegen mit essentiellen Dingen wie Blut, Schweiß und Tränen.

Es ist ein „Krieg der kreativen Köpfe“, ein Wettbewerb der Styles und Skills, dem Bayz Benzon, Maz Barak, Boots Boro und Ca$$ von UWVD sich verpflichtet sehen. Ein gutes Beispiel hierfür war das Anfang Dezember 2005 per Website gelaunchte Experiment www.derscheintruegt.de. Basierend auf der ebenso einfachen wie wahren Erkenntnis, dass Mundpropaganda immer noch die beste Werbung ist, erarbeiteten sich UWVD mit zwei zeitlich aufeinander folgenden Exclusives eine mehr als nur beachtliche Fanbasis: Sie erarbeiteten sich Herzen und Hoffnungen von HipHop-Heads in ganz Deutschland!

Teil 1 und Teil 2 von „Der Schein trügt“ konnten provokativer und kontroverser nicht sein, und doch wurden sie durch eines verbunden: die ungezügelte, rohe Power und den Hunger danach, die Dinge nachhaltig zu verändern, aus der Tradition des Rap-Games zu lernen und dieses geschickt auf einen neuen, unausgelatschten Pfad zu bringen. Das hier ist keine holprige Sackgasse, das hier funktioniert effektiv und verbindend wie ein ultramodernes Glasfasernetz.

Struggle und Widerstand, Musikalität und Deepness sind unabdingbare Schlüsselbegriffe, wenn man die konsequente Entwicklung der aus Frankfurt/Main stammenden Crew UWVD nachzeichnet: Gegründet im Jahr 1997, sammelten UWVD bereits im darauffolgenden Jahr unbezahlbare Liveerfahrungen mit Rap-Größen wie Kool Savas, Azad, Ruhrpott AG und Massive Töne. Seit 2001 profitieren UWVD vom kreativen Katalysator und dem Knowledge des Frankfurter Labels 3p und droppten mehrere Bomben auf Underground-Tapes und diversen HipHop-Compilations. Ende 2004 war es dann die exklusiv online veröffentlichte EP „Dreckiger Sex“, mit der sie ihre releasetechnische Feuertaufe bestanden. Sei es auf DJ Katchs „Ear 2 The Street“ (mit einem XXX-dirty Remix von „Dreckiger Sex“) oder auf dem von Kool Savas kompilierten „Mein Block“-Sampler (mit der Illz/Bayz-Killerkollabo „Ende der Welt“) – UWVD haben stets die sich ihnen eröffnende Chance genutzt, als wäre es die letzte. Und genau dieser Qualitätsanspruch an sich selbst unterscheidet sie von allen andern: UWVD sind eine gewachsene Größe!

Das nun am 31. März 2006 bei 3p erscheinende Debütalbum der vierköpfigen Crew „Aufstand der Aufrechten“ offenbart eine textliche wie musikalische Klarheit, die keine Fragen offen lässt. Erwachsene Werte wie Herzensbildung und Weitsicht reflektieren ihr Wachstum als Gruppe und gleichzeitig ihre persönliche Reife. Dabei stellt ihr facettenreicher Longplayer einen atemberaubenden Versuch dar, „to take the ruff with a smoothness“: Hier ist genauso Platz für die unerreichbar Gänsehaut produzierende Melancholie der ersten Singleauskopplung „Himmelgrau“ oder auch die erkenntnisreiche Selbstreflexion von „Zeit zurückdrehen“ (feat. Cassandra Steen) wie für wortgewaltige Battle-Raps oder auch entfesselnd schöne Liebesbekundungen à la „Where Is The Love“. UnterWortverdacht teilen ihren Schmerz, anstatt dies – wie so manch anderer Artist – nur vorzutäuschen. UWVD sind waschechte Hessen-Hustlers – ain’t no fakin’ this.

Wie in Stein gemeißelte LP-Gastauftritte von Künstlern wie Cassandra Steen, Mainbrand, Linda Carriere, Illmat!c und – the one and only – Moses Pelham basieren allesamt auf einer fruchtbaren vorausgegangenen Zusammenarbeit, meist in Form von Remixen aus den hochtalentierten Händen von Bayz Benzon, dem überaus umtriebigen Producer-Mastermind hinter UWVD. Gemeinsam mit Moses Pelham moderiert Bayz Benzon auch jeden Sonntag direkt aus Frankfurt die Late-Night-Call-in-Radiosendung „Nachtschicht“, welche durch eine geschmackvolle gleichnamige Sampler-Reihe begleitet wird (deren dritter Teil übrigens ebenfalls im März erscheint).

2006 wird das Jahr für erwachsenen Rap – ein Umdenken in der Sache, gegen alle Widrigkeiten. 2006 ist das Jahr von UnterWortverdacht – die Zeit ist reif für den „Aufstand der Aufrechten“!
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