W.A.S.P. Biographie
W.A.S.P.
Die Faszination eines neuen W.A.S.P. Albums liegt unter anderem in der inhaltlichen Reflektion und der musikalischen Leidenschaft, wie sie auch in The Neon God vorkommt. Der erste Part dieses zweiteiligen Konzeptalbums, Part I - The Rise, kennzeichnet den Anfang dessen, was möglicherweise als die ambitionierteste Arbeit einer enorm produktiven Karriere angesehen werden wird, welche bis dato schon eine Fülle kreativer Ausdrucksmittel offenbarte.
Seit ihrer Gründung sorgten W.A.S.P. für Kontroversen. Und am Debut - Album entzündete sich vor zwanzig Jahren ein reaktionärer Sturm der Empörung, so dass sich Capitol Records gezwungen sah den Track "Animal (Fuck Like A Beast)" vom gleichnamigen Album zu nehmen. Als unabhängige Single wurde der Song zu einem berüchtigten Erfolg und durch die Verbindung mit einer visuell extremen Bühnenshow war die Band schnell auf ihren Skandal - Ruf festgelegt. Allerdings ließen sich W.A.S.P. nicht in eine Schublade stecken und letzten Endes war es gerade die Hexenjagd moralisierender Politiker, die eine Manifestation stilistischer Vielfalt bewirkte. Diese Entwicklung wurde deutlich durch eine bewußte lyrische Kommentierung, vorangetrieben durch die Intensität einer härteren musikalischen Konturierung, die als Resultat 1989 die Veröffentlichung von The Headless Children hervorbrachte.
Wurde die Karriere bis dahin noch über die Obszönität von Songs wie "Wild Child" und "L.O.V.E. Machine" definiert, so zeigte sich nun die größere Tiefe einer unabhängigen, gefühlvollen Musik und die Bandbreite von The Crimson Idol verbindet biblisches Mysterium und Shakespearsche Inszenierung - mit dem berühmten Effekt. Der introspektive Aspekt von Still Not Black Enough führte zu der ungezügelten Wut von Kill Fuck Die. Die nachfolgende Tour versuchte durch allegorische Perfomances die Menschen zum Nachdenken zu bewegen: in diesem Fall über den Ablauf eines bevorstehenden Präsidentschaftswahlkampfes.
Die Veröffentlichung von Helldorado 1999 markierte die Rückkehr zu dem wilden Spirit, der die ersten Alben auszeichnete - eine Rückbesinnung, die die Bedeutung des folgenden Albums unterstrich. Unholy Terror etablierte die thematische Beschäftigung mit fehlgeleiteter Herrschaft. Songs wie der Titel-Track und "Charisma" weisten hier schon auf die Themen von The Neon God hin.
"My intention was to try to create something for the ages", sagt Sänger Blackie Lawless über dieses gewichtige Anliegen, welches bereits zwei Jahre früher, während dem kreativen Prozess zu dem Album Dying For The World formuliert wurde. "I wanted something that, twenty years from now, people could still get into."
Aus dem enormen Schatten von The Crimson Idol hinauszutreten - von vielen als das vollkommene Beispiel eines Konzeptalbums angesehen - wurde zu einer beachtlichen Herausforderung für den Frontmann. "From a story point of view, there´s no comparison", spielt er auf den unausweichlichen Vergleich an, der zu Anfang zwischen den beiden unterschiedlichen Projekten gezogen werden wird. "This is War And Peace, versus somebody just reading the preface of the first page", so seine radikale Metapher für die komplexen Ideen in The Neon God.
Musikalisch gesehen ist das elfte W.A.S.P. Studio Album von der gleichen Intensität wie frühere Veröffentlichungen. Besonders interessant ist es aber als ein Resultat neu genutzter Schaffenskraft und anders als bisher verwandter Elemente. So ist zum Beispiel "Red Room Of The Rising Sun" ein Song, der beschrieben wird als "a wonderful opportunity to do something that I would never otherwise be able to do - go back and musically visit Haight - Ashbury."
Blackie war sich die ganze Zeit bewußt, dass er jedem Hörer die Freiheit lassen müsse, die verschiedenen Aspekte der Geschichte durch die eigene Vorstellungskraft zu visualisieren "I was careful not to give it geography", sagt der gebürtige New Yorker, überzeugt, dass die individuelle Interpretation einen größeren Einfluss hat, als es Worte und Musik allein bewirken können.
Insgesamt sind die Songs von unterschiedlicher Intensität, so wie der gefühlvoll inszenierte Schmerz in "What I´ll Never Find" wozu der Songwriter gesteht "tore me up when I wrote it". Im Vergleich dazu agieren Tracks wie "Asylum #9" mit der erwarteten Kraft und Stärke, die typisch für W.A.S.P. sind. "The song kicks ass", lacht Blackie. Aber "The Raging Storm" - gekennzeichnet durch Angst und Seelenqual - war zugegebenermaßen von den vierzehn Songs der am schwierigsten zu schreibende. "I went to the studio and spent twelve hours a day by myself" beschreibt er den mühsamen Prozess "just crafting one line, then stopping and looking at it".
Die Texte arbeiten mit verschiedenen Ebenen, die sowohl individuelle Perspektive als auch allgemein gesellschaftliche Aspekte bedeuten. Der symbolische Gehalt von The Neon God ist enorm, den Konflikt zwischen Narzißmus und gesellschaftlichem Bewußtsein als wesentlich begreifend.
"What does it take to create a monster?" so Blackies rhetorische Frage, den Entschluß erklärend, dass diese Frage einen Schwerpunkt auf The Neon God, Part I - The Rise bildet. Im Mittelpunkt steht ein Charakter, der sich aus einem perversen Charisma ableitet, wie man es etwa bei David Koresh oder Jim Jones finden konnte. "Where does somebody have to get tweaked - and how often - to turn them into something that can potentially be this?" Eine solche psychologische Entwicklung stellt einen Charakter in ein gefährliches Verhältnis zu seinem eigenen Verstand. "What takes this character further than other cult leaders" so erklärt er, ist der Erlösungsgedanke "he actually believes, at times".
"In my mind" fährt Blackie fort, "I saw something very similar to the Manson family, or what Hitler had done with the Brown Shirts" erklärt er und beschreibt Situationen, in denen sich ein charismatischer Anführer zu einem viel höheren Grad entwickelt, als es die ursprüngliche Intention gewesen ist.
Gezeigt wird uns ein Beispiel menschlicher Psyche, die die Notwendigkeit eines Zweckes in Frage stellt. Die Intention von The Neon God liegt in der Herausforderung über das eigene Weltbild, gesellschaftliche Konzepte und ihre falschen Erlöser nachzudenken. Und dann wird klar, dass die Geschichte, die The Neon God erzählt, ein Beispiel für den Euphemismus partikulärer Menschlichkeit ist.
Seit ihrer Gründung sorgten W.A.S.P. für Kontroversen. Und am Debut - Album entzündete sich vor zwanzig Jahren ein reaktionärer Sturm der Empörung, so dass sich Capitol Records gezwungen sah den Track "Animal (Fuck Like A Beast)" vom gleichnamigen Album zu nehmen. Als unabhängige Single wurde der Song zu einem berüchtigten Erfolg und durch die Verbindung mit einer visuell extremen Bühnenshow war die Band schnell auf ihren Skandal - Ruf festgelegt. Allerdings ließen sich W.A.S.P. nicht in eine Schublade stecken und letzten Endes war es gerade die Hexenjagd moralisierender Politiker, die eine Manifestation stilistischer Vielfalt bewirkte. Diese Entwicklung wurde deutlich durch eine bewußte lyrische Kommentierung, vorangetrieben durch die Intensität einer härteren musikalischen Konturierung, die als Resultat 1989 die Veröffentlichung von The Headless Children hervorbrachte.
Wurde die Karriere bis dahin noch über die Obszönität von Songs wie "Wild Child" und "L.O.V.E. Machine" definiert, so zeigte sich nun die größere Tiefe einer unabhängigen, gefühlvollen Musik und die Bandbreite von The Crimson Idol verbindet biblisches Mysterium und Shakespearsche Inszenierung - mit dem berühmten Effekt. Der introspektive Aspekt von Still Not Black Enough führte zu der ungezügelten Wut von Kill Fuck Die. Die nachfolgende Tour versuchte durch allegorische Perfomances die Menschen zum Nachdenken zu bewegen: in diesem Fall über den Ablauf eines bevorstehenden Präsidentschaftswahlkampfes.
Die Veröffentlichung von Helldorado 1999 markierte die Rückkehr zu dem wilden Spirit, der die ersten Alben auszeichnete - eine Rückbesinnung, die die Bedeutung des folgenden Albums unterstrich. Unholy Terror etablierte die thematische Beschäftigung mit fehlgeleiteter Herrschaft. Songs wie der Titel-Track und "Charisma" weisten hier schon auf die Themen von The Neon God hin.
"My intention was to try to create something for the ages", sagt Sänger Blackie Lawless über dieses gewichtige Anliegen, welches bereits zwei Jahre früher, während dem kreativen Prozess zu dem Album Dying For The World formuliert wurde. "I wanted something that, twenty years from now, people could still get into."
Aus dem enormen Schatten von The Crimson Idol hinauszutreten - von vielen als das vollkommene Beispiel eines Konzeptalbums angesehen - wurde zu einer beachtlichen Herausforderung für den Frontmann. "From a story point of view, there´s no comparison", spielt er auf den unausweichlichen Vergleich an, der zu Anfang zwischen den beiden unterschiedlichen Projekten gezogen werden wird. "This is War And Peace, versus somebody just reading the preface of the first page", so seine radikale Metapher für die komplexen Ideen in The Neon God.
Musikalisch gesehen ist das elfte W.A.S.P. Studio Album von der gleichen Intensität wie frühere Veröffentlichungen. Besonders interessant ist es aber als ein Resultat neu genutzter Schaffenskraft und anders als bisher verwandter Elemente. So ist zum Beispiel "Red Room Of The Rising Sun" ein Song, der beschrieben wird als "a wonderful opportunity to do something that I would never otherwise be able to do - go back and musically visit Haight - Ashbury."
Blackie war sich die ganze Zeit bewußt, dass er jedem Hörer die Freiheit lassen müsse, die verschiedenen Aspekte der Geschichte durch die eigene Vorstellungskraft zu visualisieren "I was careful not to give it geography", sagt der gebürtige New Yorker, überzeugt, dass die individuelle Interpretation einen größeren Einfluss hat, als es Worte und Musik allein bewirken können.
Insgesamt sind die Songs von unterschiedlicher Intensität, so wie der gefühlvoll inszenierte Schmerz in "What I´ll Never Find" wozu der Songwriter gesteht "tore me up when I wrote it". Im Vergleich dazu agieren Tracks wie "Asylum #9" mit der erwarteten Kraft und Stärke, die typisch für W.A.S.P. sind. "The song kicks ass", lacht Blackie. Aber "The Raging Storm" - gekennzeichnet durch Angst und Seelenqual - war zugegebenermaßen von den vierzehn Songs der am schwierigsten zu schreibende. "I went to the studio and spent twelve hours a day by myself" beschreibt er den mühsamen Prozess "just crafting one line, then stopping and looking at it".
Die Texte arbeiten mit verschiedenen Ebenen, die sowohl individuelle Perspektive als auch allgemein gesellschaftliche Aspekte bedeuten. Der symbolische Gehalt von The Neon God ist enorm, den Konflikt zwischen Narzißmus und gesellschaftlichem Bewußtsein als wesentlich begreifend.
"What does it take to create a monster?" so Blackies rhetorische Frage, den Entschluß erklärend, dass diese Frage einen Schwerpunkt auf The Neon God, Part I - The Rise bildet. Im Mittelpunkt steht ein Charakter, der sich aus einem perversen Charisma ableitet, wie man es etwa bei David Koresh oder Jim Jones finden konnte. "Where does somebody have to get tweaked - and how often - to turn them into something that can potentially be this?" Eine solche psychologische Entwicklung stellt einen Charakter in ein gefährliches Verhältnis zu seinem eigenen Verstand. "What takes this character further than other cult leaders" so erklärt er, ist der Erlösungsgedanke "he actually believes, at times".
"In my mind" fährt Blackie fort, "I saw something very similar to the Manson family, or what Hitler had done with the Brown Shirts" erklärt er und beschreibt Situationen, in denen sich ein charismatischer Anführer zu einem viel höheren Grad entwickelt, als es die ursprüngliche Intention gewesen ist.
Gezeigt wird uns ein Beispiel menschlicher Psyche, die die Notwendigkeit eines Zweckes in Frage stellt. Die Intention von The Neon God liegt in der Herausforderung über das eigene Weltbild, gesellschaftliche Konzepte und ihre falschen Erlöser nachzudenken. Und dann wird klar, dass die Geschichte, die The Neon God erzählt, ein Beispiel für den Euphemismus partikulärer Menschlichkeit ist.
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