We Are Scientists Biographie
We Are Scientists
"Schlaue, kritische Geister mit exzellentem Geschmack und geilen Körpern", so beschreibt das New Yorker Trio We Are Scientists seine stetig wachsende Fangemeinde. Und nun wird es nicht mehr lange dauern bis auch ihr - neben all den Neuzeit-Punks, Art-Rockern, Indie-Fans und Popkids - zu dieser gehört.
Kurz gesagt: jeder, der ein Ohr für brillantes Songwriting und eine Schwäche für packende Refrains hat, wird früher oder später Fan. Die erste We Are Scientistes-Single "Nobody Move, Nobody Get Hurt" ist ein dunkler 3-Minuten-Pop-Kracher, und gleichermaßen Club- wie Moshpit-tauglich. Er ist auch eine typisch amerikanische Interpretation von Schwarz-Weiß-Postpunk, voller Hooklines und ansteckender als die Vogelgrippe.
Nachdem We Are Scientists - also Bassist Chris Cain, Gitarrist Keith Murray und Schlagzeuger Michel Tapper - bereits Anfang 2005 ein Demo-Tape mit fünf Tracks veröffentlichten, hagelte es Angebote von Seiten der Musikindustrie. Ein triumphaler Auftritt beim diesjährigen South By Southwest-Festival heizte die Stimmung ordentlich an (und auch bei britischen Musik-Spezis sorgten sie für Furore). Letztlich machte Virgin Music das Rennen. Die Band selbst feierte die Vertragsunterzeichnung, indem (O-Ton Keith) "wir alle furchtbar selbstzufrieden dreinschauten und unsichtbare Zigarren rauchten. Womit sich die Feierlichkeiten erledigt hatten."
Allerdings kam der jetzige Erfolg für We Are Scientists nicht über Nacht. Die drei - übrigens allesamt 27 Jahre jung - spielen schon seit 2000 zusammen. Kennen gelernt haben sich an der Uni. Chris und Kevin trafen sich erstmals, als letzterer in Chris´ Studentenbude aufschlug, um dort eine Folge von "Dawson´s Creek" zu schauen (was, wie Chris bemerkt, "sofort dazu führte, dass ich von ihm nicht die beste Meinung hatte"). Michael wiederum hatte schon vorher zusammen mit Chris in einer Band gespielt. Nach ihrem Uni-Abschluss zogen unsere drei Freunde nach Berkeley, Kalifornien. Dort saßen sie eines Abends zusammen in der Kneipe und kritzelten imaginäre Songtitel auf eine Papierserviette. "Wir hatten da eine Liste mit total lustigen Titeln" erinnert sich Michael, "und entschieden dann, dass es doch eine Schande wäre, wenn wir keine Band gründen würden, die die zu diesen Titeln passenden Songs schreiben könnte."
Der Bandname We Are Scientists stammt übrigens, wie Chris berichtet, "von diesem Typen von U-Haul, der Firma, bei der wir den Umzugswagen mieteten. Erst fragte er uns, ob wir - weil wir uns so ähnlich sahen - Brüder waren. Und nachdem wir das verneinten, wollte er wissen, ob wir vielleicht Wissenschaftler wären. Was wir - zu unserem großen Bedauern - ebenfalls verneinen mussten. Aber ein paar Minuten später wurde uns dann klar, dass wir da einen echten Schatz gefunden hatten, einen Namens-Schatz nämlich."
Im Sommer 2001 zog die Band dann von der West- an die Ostküste, genauer gesagt nach New York, wo Keiths Großeltern ein Haus besitzen, in dem die drei mietfrei wohnen konnten. Das war dann auch der Zeitpunkt, an dem die Band ihre ersten richtigen Auftritte absolvierte, wobei ihr erster New York-Gig alles andere als vielversprechend endete: "Wir spielten in einem Metal-Club in Brooklyn namens L´Amour", erinnert sich Chris, "das war also definitiv kein Laden, in dem Indie-Rock angesagt war. Ich glaube, wir hatten einen einzigen Fan dort, und das war Michaels Freundin, und eigentlich war auch die nicht wirklich Fan. Wir haben unser Konzert dann absichtlich - und für einen solchen Schuppen völlig unpassend - mit einer Ballade begonnen, die ich persönlich sang. Was zur Folge hatte, dass selbst diejenigen, die evtl. auf unsere Musik hätten stehen können, schleunigst das Weite suchten. Am Ende unseres Auftrittes war der Clubbesitzer kurz davor, uns aus Maul zu hauen. Seine Stimme klang schrill, er war extrem unwirsch und fuchtelte mit den Fäusten in der Luft herum."
Nach dem Desaster in besagtem Metal-Etablissement entwickelte sich die Band allerdings recht schnell zu einem Live-Act, bei dem die Post abgeht. "Uns geht's weniger darum, einfach die Songs unseres Albums live runterzurasseln, als darum, eine packende, Energie-geladene Live-Show zu spielen. Und wenn dabei was schief läuft , z.B. irgendwelche Technik versagt, das Schlagzeug umfällt oder ich mir die Hand aufschneide, dann finden wir das super!" gesteht Keith. "Wir hatten bei manchen Konzerten auch schon echte Moshpits. Ich weiß zwar nicht, ob das so richtig zu unserer Musik passt, aber es ist schon vorgekommen." Die drei von der Band selbst aufgenommenen und "extremst limitierten" EPs verkauften sich bei den Konzerten denn auch wie geschnitten Brot.
Auch beim Songwriting haben We Are Scientists seitdem deutlich zugelegt. Waren ihre ersten Songs noch eher spaßige Nummern, haben die neuen Stücke trotz teilweise eher rätselhafter Lyrics deutlich mehr Biss. "Ich stehe auf Texte, die etwas vieldeutiger sind, bei denen der Hörer nicht sofort weiß, worum es eigentlich geht, und sich daher seinen eigenen Reim macht", erklärt Keith. "Allerdings ist es so, dass die Leute, von denen unsere Songs handeln, das meist sofort schnallen und dann auch ziemlich sauer reagieren."
Nach ihre Arbeitsweise befragt meint Keith, "dass ich in der Regel einen komplett fertigen Song schreibe, mit dem ich rundum zufrieden bin und bis zum Ende meiner Tage leben könnte. Dieser Song wird dann von den anderen komplett auseinandergepflückt und umgemodelt, bis daraus letztlich ein ganz anderer und auch viel interessanterer Song entsteht. Man kann also mit Fug und Recht sagen, das unsere Songs von der ganzen Band gemeinsam geschrieben werden, wobei die besten Ideen natürlich von mir stammen." Worauf Chris anmerkt, dass eigentlich seine Ideen die besten wären, während Michael selbstredend der festen Überzeugung ist, dass er derjenige ist, der die besten Einfälle hat.
"Es ist unglaublich hilfreich, dass wir, wenn es ums Musik machen geht, alle ganz unterschiedliche Interessen haben", erläutert Keith die Arbeitsweise der Band, die letztlich auch die Basis dafür ist, dass We Are Scientists so unglaublich klasse sind. "Ich konzentriere mich in der Regel darauf, einfache Popsongs zu schreiben, Michael hingegen ist darauf spezialisiert, für diese richtig ausgefeilte Arrangements zu erarbeiten. Das alles geht natürlich nicht ohne viel Schweiß und Haare raufen, und immer wieder macht einer von uns spitze Bemerkungen bzw. droht damit, die Band zu verlassen. Letztlich entstehen so aber griffige Pop-Nummern mit einem ganz eigenen, mittelbaren Dreh. Und es macht uns durchaus stolz zu wissen, dass, wenn eine andere Band diesen Song geschrieben hätte, diesen vermutlich hinsichtlich der Instrumentierung ganz anders umgesetzt hätte. Wir mischen unsere Pop-Sensibilität mit einem gewissen Maß an Ehrgeiz. Uns selbst nehmen wir dabei nicht besonders ernst, das was wir tun aber schon!"
Produziert wurde "With Love And Squalor" übrigens von Ariel Rechtshaid, seines Zeichens Sänger der in L.A. ansässigen Indie-Kapelle Foreign Born. Es wird die erste "richtige" Veröffentlichung von We Are Scientists sein, und den Beweis dafür liefern, dass es sich bei selbigen um eine Band mit ungewöhnlich viel Witz und einem Übermaß an musikalischem Einfallsreichtum handelt.
Kurz gesagt: jeder, der ein Ohr für brillantes Songwriting und eine Schwäche für packende Refrains hat, wird früher oder später Fan. Die erste We Are Scientistes-Single "Nobody Move, Nobody Get Hurt" ist ein dunkler 3-Minuten-Pop-Kracher, und gleichermaßen Club- wie Moshpit-tauglich. Er ist auch eine typisch amerikanische Interpretation von Schwarz-Weiß-Postpunk, voller Hooklines und ansteckender als die Vogelgrippe.
Nachdem We Are Scientists - also Bassist Chris Cain, Gitarrist Keith Murray und Schlagzeuger Michel Tapper - bereits Anfang 2005 ein Demo-Tape mit fünf Tracks veröffentlichten, hagelte es Angebote von Seiten der Musikindustrie. Ein triumphaler Auftritt beim diesjährigen South By Southwest-Festival heizte die Stimmung ordentlich an (und auch bei britischen Musik-Spezis sorgten sie für Furore). Letztlich machte Virgin Music das Rennen. Die Band selbst feierte die Vertragsunterzeichnung, indem (O-Ton Keith) "wir alle furchtbar selbstzufrieden dreinschauten und unsichtbare Zigarren rauchten. Womit sich die Feierlichkeiten erledigt hatten."
Allerdings kam der jetzige Erfolg für We Are Scientists nicht über Nacht. Die drei - übrigens allesamt 27 Jahre jung - spielen schon seit 2000 zusammen. Kennen gelernt haben sich an der Uni. Chris und Kevin trafen sich erstmals, als letzterer in Chris´ Studentenbude aufschlug, um dort eine Folge von "Dawson´s Creek" zu schauen (was, wie Chris bemerkt, "sofort dazu führte, dass ich von ihm nicht die beste Meinung hatte"). Michael wiederum hatte schon vorher zusammen mit Chris in einer Band gespielt. Nach ihrem Uni-Abschluss zogen unsere drei Freunde nach Berkeley, Kalifornien. Dort saßen sie eines Abends zusammen in der Kneipe und kritzelten imaginäre Songtitel auf eine Papierserviette. "Wir hatten da eine Liste mit total lustigen Titeln" erinnert sich Michael, "und entschieden dann, dass es doch eine Schande wäre, wenn wir keine Band gründen würden, die die zu diesen Titeln passenden Songs schreiben könnte."
Der Bandname We Are Scientists stammt übrigens, wie Chris berichtet, "von diesem Typen von U-Haul, der Firma, bei der wir den Umzugswagen mieteten. Erst fragte er uns, ob wir - weil wir uns so ähnlich sahen - Brüder waren. Und nachdem wir das verneinten, wollte er wissen, ob wir vielleicht Wissenschaftler wären. Was wir - zu unserem großen Bedauern - ebenfalls verneinen mussten. Aber ein paar Minuten später wurde uns dann klar, dass wir da einen echten Schatz gefunden hatten, einen Namens-Schatz nämlich."
Im Sommer 2001 zog die Band dann von der West- an die Ostküste, genauer gesagt nach New York, wo Keiths Großeltern ein Haus besitzen, in dem die drei mietfrei wohnen konnten. Das war dann auch der Zeitpunkt, an dem die Band ihre ersten richtigen Auftritte absolvierte, wobei ihr erster New York-Gig alles andere als vielversprechend endete: "Wir spielten in einem Metal-Club in Brooklyn namens L´Amour", erinnert sich Chris, "das war also definitiv kein Laden, in dem Indie-Rock angesagt war. Ich glaube, wir hatten einen einzigen Fan dort, und das war Michaels Freundin, und eigentlich war auch die nicht wirklich Fan. Wir haben unser Konzert dann absichtlich - und für einen solchen Schuppen völlig unpassend - mit einer Ballade begonnen, die ich persönlich sang. Was zur Folge hatte, dass selbst diejenigen, die evtl. auf unsere Musik hätten stehen können, schleunigst das Weite suchten. Am Ende unseres Auftrittes war der Clubbesitzer kurz davor, uns aus Maul zu hauen. Seine Stimme klang schrill, er war extrem unwirsch und fuchtelte mit den Fäusten in der Luft herum."
Nach dem Desaster in besagtem Metal-Etablissement entwickelte sich die Band allerdings recht schnell zu einem Live-Act, bei dem die Post abgeht. "Uns geht's weniger darum, einfach die Songs unseres Albums live runterzurasseln, als darum, eine packende, Energie-geladene Live-Show zu spielen. Und wenn dabei was schief läuft , z.B. irgendwelche Technik versagt, das Schlagzeug umfällt oder ich mir die Hand aufschneide, dann finden wir das super!" gesteht Keith. "Wir hatten bei manchen Konzerten auch schon echte Moshpits. Ich weiß zwar nicht, ob das so richtig zu unserer Musik passt, aber es ist schon vorgekommen." Die drei von der Band selbst aufgenommenen und "extremst limitierten" EPs verkauften sich bei den Konzerten denn auch wie geschnitten Brot.
Auch beim Songwriting haben We Are Scientists seitdem deutlich zugelegt. Waren ihre ersten Songs noch eher spaßige Nummern, haben die neuen Stücke trotz teilweise eher rätselhafter Lyrics deutlich mehr Biss. "Ich stehe auf Texte, die etwas vieldeutiger sind, bei denen der Hörer nicht sofort weiß, worum es eigentlich geht, und sich daher seinen eigenen Reim macht", erklärt Keith. "Allerdings ist es so, dass die Leute, von denen unsere Songs handeln, das meist sofort schnallen und dann auch ziemlich sauer reagieren."
Nach ihre Arbeitsweise befragt meint Keith, "dass ich in der Regel einen komplett fertigen Song schreibe, mit dem ich rundum zufrieden bin und bis zum Ende meiner Tage leben könnte. Dieser Song wird dann von den anderen komplett auseinandergepflückt und umgemodelt, bis daraus letztlich ein ganz anderer und auch viel interessanterer Song entsteht. Man kann also mit Fug und Recht sagen, das unsere Songs von der ganzen Band gemeinsam geschrieben werden, wobei die besten Ideen natürlich von mir stammen." Worauf Chris anmerkt, dass eigentlich seine Ideen die besten wären, während Michael selbstredend der festen Überzeugung ist, dass er derjenige ist, der die besten Einfälle hat.
"Es ist unglaublich hilfreich, dass wir, wenn es ums Musik machen geht, alle ganz unterschiedliche Interessen haben", erläutert Keith die Arbeitsweise der Band, die letztlich auch die Basis dafür ist, dass We Are Scientists so unglaublich klasse sind. "Ich konzentriere mich in der Regel darauf, einfache Popsongs zu schreiben, Michael hingegen ist darauf spezialisiert, für diese richtig ausgefeilte Arrangements zu erarbeiten. Das alles geht natürlich nicht ohne viel Schweiß und Haare raufen, und immer wieder macht einer von uns spitze Bemerkungen bzw. droht damit, die Band zu verlassen. Letztlich entstehen so aber griffige Pop-Nummern mit einem ganz eigenen, mittelbaren Dreh. Und es macht uns durchaus stolz zu wissen, dass, wenn eine andere Band diesen Song geschrieben hätte, diesen vermutlich hinsichtlich der Instrumentierung ganz anders umgesetzt hätte. Wir mischen unsere Pop-Sensibilität mit einem gewissen Maß an Ehrgeiz. Uns selbst nehmen wir dabei nicht besonders ernst, das was wir tun aber schon!"
Produziert wurde "With Love And Squalor" übrigens von Ariel Rechtshaid, seines Zeichens Sänger der in L.A. ansässigen Indie-Kapelle Foreign Born. Es wird die erste "richtige" Veröffentlichung von We Are Scientists sein, und den Beweis dafür liefern, dass es sich bei selbigen um eine Band mit ungewöhnlich viel Witz und einem Übermaß an musikalischem Einfallsreichtum handelt.
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