CD Kritik
Authenzität statt Image
Authenzität statt Image
Für die Produktion des Albums hat sich Germany lange zurückgezogen, um persönliche Erfahrungen in die Raps einfließen zu lassen, anstatt Standard – Battle Kram abzuliefern. Ein Vorhaben, das ihm durchaus gelungen ist. Bereits das Intro „Zurück“, mit einer großartigen französischen Hookline von Greis, lässt die Wut und Entschlossenheit spüren, die sich lange Zeit in Germany aufgestaut haben. Ähnlich ist es mit „Mein Weg“. Unterlegt von einem saugendem Beat, gebastelt von Curse, definiert Germany klare Ziele und Ideale, ohne aufgesetzte Attitüde rechnet er mit vergangen Freunden, Entscheidungen und Fehlern ab. Zwischendurch gibt es „Bruce Speaks“ Skitz, in denen auf humorvolle Weise Lebensphilosophien artikuliert werden. Beim ersten Durchlauf sehr witzig, leider werden die Skitz schnell nervig. In „Mein Herz“ featuring Samir lässt der Mindener alte Zeiten noch mal Revue passieren und bringt etwas Old – School Nostalgie in die Gegenwart. Ein gelungnes Stück, das an die goldenen Zeiten des deutschen Hip – Hop erinnert, als der Hype gerade begann. Spätpubertäres Poser – Gelaber darf natürlich nicht fehlen und ist, zum Glück, nur äußerst maßvoll dosiert vorhanden. Insgesamt ist das Album allen zu empfehlen, die ihren Fokus auf die Aussage in Raps legen. Technisch hat Germany leider nur wenige Facetten. Doubletimes, richtig mitreißende Punchlines oder unverwechselbare Betonungen sind leider Fehlanzeige. Ein Manko, das durch authentische Texte ausgeglichen wird. Text: KP




