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CD Kritik

Gothic im Chartgewand: Silber...äääh Eisblume!

Freitag, 18. Juli 2008, 10:12 Uhr

Gothic im Chartgewand: Silber...äääh Eisblume!

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Schon beim Blick auf das Cover kann man sich denken, um was es sich bei Eisblume handelt. Hier wird wieder einmal etwas aus dem Bereich Gothic geboten, aber Halt: Es handelt sich hierbei ja um den \"Neo Gothic Style\" wie das Projekt um die Berliner S

Schon beim Blick auf das Cover kann man sich denken, um was es sich bei Eisblume handelt. Hier wird wieder einmal etwas aus dem Bereich Gothic geboten, aber Halt: Es handelt sich hierbei ja um den \"Neo Gothic Style\" wie das Projekt um die Berliner Sängerin Ria sich selbst beschreibt. Wenn ich dem Stil einen Namen geben dürfte, würde er Chart Gothic heißen, denn das würde eher der medienwirksamen Absicht der Single entsprechen. Schon die ganze Präsentation und der Look der Sängerin, im Gothic Lolita Outfit lässt auf eine Zielgruppe unterhalb des gesetzlich vorgeschriebenen Alters für Alkoholkonsum vermuten. Doch es geht ja nicht um das Aussehen, sondern um die Musik. Ich würde sie generell als eine Mischung von LaFee und Silbermond beschreiben, mit deutlich höherer Gewichtung auf letzteren. Der titelgebende erste Track „Unter dem Eis“ beginnt mit einem hoffnungsvollen Elektrointro,dass sich ab etwa der Hälfte des Songs in Mittelklasse-Poprock verliert. Von Gothic oder Metal ist da für mich nicht viel zu sehen. Auch die Texte glänzen mit Perlen wie: „...Unter spiegelblankem Eis, Schwimm mit angehaltnem Atem, Meine Hände sind sehr weiß...“ Und das, obwohl sich Michael Boden alias „Bodenski“ hinter den Texten verbirgt, der sonst Sänger und Texter bei Subway to Sally ist. Man fragt sich, was zu so einer Aktion die Motivation gegeben hat... Immerhin muss ich sagen, dass der Remix noch wesentlich besser rüberkommt, was die Innovation angeht. Hier wird mehr ins Ambient-mäßige gegangen, weg von eingängigen, aber abgearbeiteten Gitarrenriffs. Der Remix stammt übrigens von Derek van Krogh, der seines Zeichens Ex-Keyboarder bei Nena ist und kurioserweise auch in der Kinderband „Wolfi, Anja und die Tigerbande“ mitgewirkt hat. „Zeit zu Gehen“ behandelt thematisch den altbekannten Trennungsschmerz. Wie das Thema selbst ein alter kommerzieller Dauerbrenner ist, wird auch hier musikalisch nichts Neues angetastet. Man bleibt bei den ausgelutschten Riffs mit klagender Sängerin. Der Track „Louise“ ist immerhin noch ganz ansprechend, wenn auch Geschmackssache. Der ruhige Song ist zwar auch nicht unbedingt das Innovativste vom Innovativen, doch trotzdem ganz nett anzuhören. Sängerin Ria hat alles in allem eine nette Stimme, die aber in einer solchen Art und Weise eher verschwendet wird. Wenn der 15-Minuten-Hype der Band erstmal vorbei ist, sollte man sich besser gleich mit dem guten alten Pop befassen. Das wäre wesentlich ehrlicher und würde sich höchstwahrscheinlich auch ein paar Takte erwachsener anhören.

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