CD Kritik
Hommage an Tupac
Hommage an Tupac
Wer ist eigentlich Eko Fresh ? Diese Frage stellten sich neben dem Backspin Fanzine und Kool Savas auch sämtliche Beobachter der deutschen Rapszene. Mit siebzehn galt er als das größte Nachwuchstalent. Einem Ruf, dem er mit den Optik Veröffentlichungen mehr als gerecht wurde. Tracks wie „Drück auf Play“ oder „König von Deutschland“ ließen keinen Zweifel mehr übrig: Hier reift ein ganz großer Battlerapper und Entertainer. Danach kamen blamable Veröffentlichungen und Eko stürzte ab. Als Reaktion wechselte er seinen Stil und Image beinahe täglich: Teeniestar, Gangster und wieder Untergrundkünstler. Für Anhänger zeigt der stetige Wandel die Vielseitigkeit eines Unverstandenen; für die Kritiker ist sie der Ausdruck einer handfesten Identitätskrise, verbunden mit unglaublicher Planlosigkeit. Nun kommt also eine Hommage an sein Idol Tupac. „Ekaveli“ ist der Name des neuen Albums. Nicht ungefährlich, wenn man überlegt, wie zahlreich die Tupac Shakur Fanatiker unter den deutschen Rapfans vertreten sind. Und nicht nur diese werden, mehr als kritisch, Eko’s Westcoastinterpretationen mit den unvorstellbar hohen Vorgaben der „Makaveli“ Vorlage von 1996 vergleichen. Schon nach kurzem Hören wird klar, wie Eko sich dem großen Idol nähern möchte. Mit verstellter Stimme, kehlig, rauh und mit leicht nasalen Einschlag so wie langgezogenen Betonungen versucht er Tupac Shakur nachzuahmen. Mit etwas guten Willen, kann man sogar Parallelen zu Tupac erkennen. Die Beats sind ebenfalls deutlich an die Produktionsstandards der Westküste angelehnt, die den amerikanischen G – Funk in den 90ern groß gemacht haben. Inhaltlich versucht Eko das Vokabular der Westküste nahezu 1:1 zu übernehmen: Enemies, Hood, G’s, Bitches, aus Nordrhein – Westfalen wird die Westcoast etc. Pistolenschüsse im Hintergrund runden diese Peinlichkeiten ab. Geht’s noch? Positiv fallen lediglich die Parts auf, in denen Eko seinen Humor durchblitzen lässt wie in „Es interessiert“, mit dem er seine Gleichgültigkeit gegenüber der Konkurrenz ausdrückt. Ansonsten machen die verstellte Stimme und das aufgesetzte Tupac Image es unmöglich das Album mehrmals zu hören. Anstatt zu zeigen wer er wirklich ist, hat Eko krampfhaft versucht jemand anders zu sein. Schade, wenn man bedenkt welches Talent er eigentlich hat. Text: KP




