CD Kritik
Keane und die Suche nach perfekten Symmetrien
Keane und die Suche nach perfekten Symmetrien
Die Geschichte von Keane klingt wie in einem Hollywoodfilm und doch ist sie wahr. Plattenboss Simon Williams, der bereits kurz zuvor schon Coldplay entdeckt hat, sieht die Jungs von Keane während eines kleinen Akustikgigs in einem Londoner Pub 2003 und bietet ihnen daraufhin einen Plattendeal an. Dieser verhilft Keane letztlich zum weltweiten Durchbruch. Mittlerweile wurden acht Millionen Lonplayer verkauf und seit Oktober 2008 liegt auch das dritte Studioalbum „Perfect Symmetry“ von Keane vor, mit dem der Erfolg der zwei Voralben abermals eingestellt werden soll. Und man merkt dem Album die aufgewendeten Mühen und den investierten Fleiß an. Die bereits wunderbar funktionierende Mischung aus genialen Piano-Riffs (Tim Rice-Oxley) und dem unnachahmlichen Gesang Tom Chaplins wurde erstmals durch eine Gitarre und dem verstärken Einsatz von zuvor eher dezent verwendeten Synthesizern erweitert. Doch nicht immer ist ein Mehr an Zutaten auch immer gewinnbringend. So leider auch bei „Perfect Symmetry“, denn der bunte und knallige Sound des Albums erweckt zum Teil den Eindruck, als ob die Aufmachung über den mittelmäßigen Inhalt hinwegtäuschen will. Die erste Auskopplung „Spiralling“ kann als Paradebeispiel dafür gelten. Auch wenn der Gesang, der Beat und die Hook an diesem Song perfekt sind, so können Keane in puncto Tiefgang und Melodik nicht an den alten Perlen anknüpfen. Immer wieder sind auf „Perfect Symmetry“ tolle Gesangslinien und auch sehr ergreifende Parts und Melodien zu finden, doch so ganz will sich kein rundes und stimmiges Gesamtbild des Albums erschließen. Wie schon der Song „Playing Along“ andeutet, rauschen die Lieder am Ohr vorbei, ohne recht einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.




