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CD Kritik

Kerli: Wie man auf Luft laufen und die Liebe wiederbeleben kann

Donnerstag, 23. April 2009, 16:22 Uhr

Kerli: Wie man auf Luft laufen und die Liebe wiederbeleben kann

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Eines der außergewöhnlichsten und einzigartigsten Alben, die ein Majorlabel in diesem Jahr rausbringen wird. Ein Mix aus Björk, Natasha Bedingfield und Evanescence – zusammen mit einem kleinen Touch von gothic und Lolita, der mit dem Cover (wir d

Eines der außergewöhnlichsten und einzigartigsten Alben, die ein Majorlabel in diesem Jahr rausbringen wird. Ein Mix aus Björk, Natasha Bedingfield und Evanescence – zusammen mit einem kleinen Touch von gothic und Lolita, der mit dem Cover (wir denken alle an Tim Burton!) allerdings ungerechtfertigterweise zu sehr in den Vordergrund gedrängt wird. Seltsamerweise ist hier das Kunststück gelungen, eine Reihe von Songs zu veröffentlichen, die gleichzeitig ziemlich strange, aber trotzdem mainstreamtauglich sind. Beispielsweise die erste Single „Walking on air“ bringt das, was ich meine, genau auf den Punkt, und zwar ist der Song in den Strophen eher spooky angehaucht, aber der Refrain hebt ab und man hat selber das Gefühl, in der Luft zu schweben. Die Stimme und der estländische Akzent geben dem Ganzen eine kindhafte Note, und einmal gehört, geht einem der Song nicht mehr aus dem Kopf. „The Creationist“- mit einem hinreißenden Piano-Loop - und „Beautiful Day“ stehen wie die coole Popnummer „Up up up“ für das Schöne und Beschwingte auf dem Album „Love is dead“. Der Titelsong des Albums selbst lässt dagegen sehr die Einflüsse von Björk erkennen, einziges Idol, was Kerli selbst als musikalischen Einfluss angibt. „I want nothing“ ist wütend, schnell und laut, „Strange boy“ klingt nach Industrial und Rock. Auch beides recht überzeugend, spiegeln aber die dunkle und schwermütige Seite des Albums wieder. Die einzigen, vielleicht nicht ganz so gelungenen Songs sind „Bulletproof“ und „Hurt me“, die eher nach wenig Einfallsreichtum klingen, aber sowas ist sicherlich im Endeffekt immer Geschmackssache. Der merkwürdigste Song allerdings ist mit Abstand „Creepshow“ - zwar funky und durchaus tanzbar, aber irgendwie auch osteuropäisch und seltsam, erinnert an „London Bridge“ und „Hollaback Girl“, klingt aber trotzdem anders. Fazit: Einzigartig und abwechslungsreich, dies sind einige der vielen Attribute, die mir zu diesem Album einfallen, neben seltsam, creepy und beschwingt. Schließt sich das aus? Auf „Love is dead“ zumindest nicht. Es nimmt einen gefangen und man will es wieder und wieder hören, allein der Akzent von Kerli gibt den Songs eine ganz besondere Note. Den Fans von „Walking on air“ sei gesagt, das Album lohnt sich! Allen anderen sei das Reinhören ebenfalls wärmstens an Herz gelegt, denn so ein Album und vor allem solche Musik hat man selten gehört.

Diese CD Kritik wurde geschrieben von Musik-Base Redaktion

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