CD Kritik
Sinnbrise statt Bitches
Sinnbrise statt Bitches
Eigentlich sollte das Album „Nigger“ heißen. Erst kurz vor der Veröffentlichung entschied sich der New Yorker das Album „Nas“ zu nennen. Trotz dieser Namensänderung verliert das Album keineswegs politische Sprengkraft. Mal polemisch, mal hintergründig und doppeldeutig kritisiert Nas die gesellschaftlichen Umstände. So heißt es bei „Breathe“: „In america you never be free/middelfingers up fuck the police/can’t a nigger just breathe?” Nicht jedem wird diese plakative Ansage gefallen, muss sie auch nicht. Ohne jeden Zweifel ist Nas aber überzeugender, wenn er seine Gegner durchdacht und kreativ angreift. Bei „Sly Fox“ (schlauer Fuchs) schießt er scharf auf das Medienimperium von Rupert Murdoch und dessen Propagandasender „Fox“, in dem er die Zuschauer dazu auffordert den „Bush Foxtrott“ nicht länger mitzutanzen, denn „Massmedia is missleadin’ ya’“. Sehr schönes Ding! Aggressive Gitarrenriffs sorgen für eine explosive Veränderungsstimmung. Aber auch humorvolle Passagen sind auf dem Album enthalten („I burn so many trees/ enviromentalists are hating me“). Insgesamt überwiegt aber ganz klar der politische Ansatz. Inspirierend wie eine Rede von Barack Obama kommen die Rhymes von Nas durch die Boxen geknallt. Er zeigt, dass HipHop Musik endlich wieder in der Lage ist Inhalte zu transportieren. Nicht ohne Grund haben einst „Public Enemy“ Rapmusik als CNN der schwarzen Bevölkerung bezeichnet. Nas orientiert sich an diesen Wurzeln, ohne in peinliche Oldschool Verhaltensweisen zu verfallen. Eine erfrischende Sinnbrise die mit den Worten endet: „The next President of the United States: Barack Obama!“ Wollen wir es hoffen…




