CD Kritik
Vom Underground in die Charts
Vom Underground in die Charts
Nach seinem Nr.1 Hit \"Ich glaub an dich\", den Azad zusammen mit Adel Tawil für die Serie \"Prisonbreak\" komponiert hat, sind die Erwartungen an das neue Album „Blockschrift“ gewaltig. Ebenso spürbar sind die Befürchtungen, dass der ehemalige Untergrundpionier, der sich bisher den klassischen Prozessen der Popindustrie musikalisch verweigert hat, nun belanglose Fahrstuhlmusik produzieren könnte. Aber schon nach dem ersten Lied „Zeit zu verstehen“ feat. Gentleman, ist offensichtlich, welche ausgefeilten Werke den Hörer erwarten. Im besten Sinne erinnert das Stück an die ersten Veröffentlichungen, wie z.B. \"Mentale Krisen\" oder „Leben“ (2001), mit denen Azad der Durchbruch gelang. Auch bei weiteren Tracks wie „Ich bete zu dir“, „Tage des Regens“ feat. J – Luv oder „Ich gehe für dich“ feat. Joy Denalane werden persönliche Themen mit durchdachten Inhalten großgeschrieben. Als Ausgleich gibt es für die Fraktion der Banger klassische Representer – Tracks, in denen die Fahne der Nordweststadt hochgehalten wird. Peinliche Selbstbeweihräucherung wie in „1 im Game“, in dem Azad zum hundertsten Mal die Krone beansprucht, darf natürlich nicht fehlen, ist aber glücklicherweise die Ausnahme. Die Beats sind ausnahmslos gelungene High – Tech – Bretter, die mit zahlreichen Soundspielereien so präzise ausgestattet sind wie ein Schweizer – Uhrwerk. DJ Rafik von Brisk Fingaz liefert passend dazu exquisite Cuts, auf einem so hohen Niveau, welches in Deutschland absoluten Seltenheitswert genießt. Respekt! Azad legt ein chartkompatibles Album vor, ohne Anspruch oder Tiefgang aufzugeben. Text: KP




