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Buh-Rufe für offensichtliche Abzocke

veröffentlicht Mittwoch, 09. Dezember 2009, 00:00 Uhr
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Die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass Casting-Show Gewinner nicht mit langfristigem Erfolg rechnen können. Angesichts der Knebelverträge, die die Veranstalter den Teilnehmern aufzwingen, ist damit auch der Cash-Flow, den die "Stars" generieren, zeitlich begrenzt. Und da man soviel Profit wie möglich machen will, muss man sich eben überlegen, wie man die goldene Gans so schlachten kann, dass möglichst viel dabei rumkommt. Die Karriere der Künstler zu verlängern ist schwierig, haben die erst einmal Blut geleckt, wollen die auch ihr Stückchen vom Kuchen - und das geht nun wirklich nicht. Sind die Verträge ausgelaufen, werden die Sängerinnen und Sänger eben fallen gelassen wie heiße Kartoffeln.
Was macht man also? Man versucht schon vorher ein Maximum an Einnahmen aus den Shows zu generieren. Und wie das geht, bewies die aktuelle Popstars-Staffel im gestrigen Halbfinale.
Das Rezept: man verkaufe zunächst einmal die ganze Sendung an einen potenten Partner, der die Bildschirmzeit ideal als Werbefläche für sein neues Produkt nutzen kann, zusätzlich verprellt man dann noch die Fans, die mit teuren Anrufen für ihre Favoriten abstimmen, indem man ganz einfach den Abstimmungszeitraum nochmal um zwei Tage verlängert, damit auch wirklich weiter angerufen wird, präsentiert man zwei Statusbalken, auf denen zu sehen ist, dass die Teilnehmer ganz dicht beieinander liegen und es durchaus noch Sinn macht, für seine Lieblinge abzustimmen.
Der potente Partner, das war in diesem Fall Disney, der die Show schamlos als eine einzige gigantische Werbeplattform für sich im Allgemeinen und den neuen Weihnachtsfilm "Küss den Frosch" im Besonderen nutzte.
Mit der Aufforderung an die Caller, noch 46 Stunden länger ihr Erspartes für die teure Hotline zu verballern, zeigte Pro7 dann ziemlich eindeutig, dass es bei der Sendung weder um Talentförderung noch um Unterhaltung geht, die plumpe Grafik, nach der die zwei Paare, deren Finaleinzug noch nicht feststand, sich ein Kopf-an-Kopf Rennen geliefert hatten machte klar: hier läuft ein abgekartertes Spiel und der einzige, der in dieser Show gewinnen soll, ist der Veranstalter und zwar keinen Ruhm oder lobende Kritiken im Feuilleton, sondern einen Haufen Zaster.
Die Masche war sogar so offensichtlich, dass selbst das bis dahin frenetisch seine Lieblinge anfeuernde Hallenpublikum seinem Unmut mit Pfiffen und Buh-Rufen Luft machte.
Aber was solls, die Kohle ist im Sack. Und wie sagt man so schön: "nur schlechte PR ist gute PR".


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