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Interview mit Johnossi

veröffentlicht Mittwoch, 16. April 2008, 00:00 Uhr

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Die beiden Schwedenrocker von Johnossi haben vor kurzem ihr zweites Album „All They Ever Wanted" veröffentlicht. Vor ihrem schweißtreibenden und ausverkauften Konzert im Hamburger Grünspan konnten wir ein paar Worte mit John Engelbert und Ossi Bonde wechseln.



Musik Base: Nach einiger Zeit des Planens kam eure Karriere, nachdem ihr die Band gestartet hattet, dann ja sehr schnell in Fahrt. Wie kam's?

Ossi: Ja das stimmt. Wir haben lange darüber geredet, eine Band zu starten. Nur waren wir irgendwie zu faul. Dann hatte John irgendwann endlich ein paar Songs geschrieben. Das ging anfangs mehr in Richtung Singer/Songwriter mit Percussion. Wir wollten aus den Songs aber mehr rausholen, haben sie mit richtigem Schlagzeug und verzerrter Gitarre gespielt, und schon nach dem dritten Konzert hatten wir einen Plattenvertrag in der Tasche, denn dort lief zufällig jemand von einer Plattenfirma rum.

John: Wir müssten gar nicht, wie viele andere Bands, ewig darum kämpfen. Es ging alles sehr schnell, und vieles kam ganz von alleine. Das war sehr gut für uns, denn wir sind beide sehr ungeduldig und hätten wohl nicht jahrelang geprobt und weitergemacht, wenn nichts geklappt hätte.



Musik Base: Ihr schafft es sehr gut, die Lautstärke und Energie eurer Konzerte auch auf Platte zu bringen. Bereitet ihr euch ganz speziell aus Studioaufnahmen vor?

Ossi: Wir waren ja erst zwei Mal im Studio. Beim ersten Mal ging es eigentlich nur darum, zu lernen. Jetzt, beim zweiten Album, wussten wir dann natürlich schon etwas mehr. Wir waren sehr impulsiv und haben die Songs komplett live eingespielt. Nichts wurde geschnitten. Wir haben immer gleichzeitig eingespielt. Vor den Aufnahmen wird natürlich immer sehr viel geprobt und alles durcharrangiert, damit wir das nicht mehr im Studio machen müssen und dort genau wissen, was wir wie haben wollen. Dann noch über alles nachdenken und diskutieren zu müssen, würde der Aufnahme nicht gut tun.



Musik Base: Auf eurem ersten Album gibt es ja sehr viele „Party"-Songs, viele fröhliche Melodien und eine insgesamt sehr positive Grundstimmung zu hören. Ist „All They Ever Wanted" nun gerade deshalb ein klein wenig düsterer und nachdenklicher geworden?

John: Nein, eigentlich nicht. Wir schreiben einfach nur Songs. Überlegungen, in welche Richtung es gehen soll, gibt es da vorher nicht. Wenn der Song fertig ist und wir ihn gut finden, behalten wir ihn; wenn nicht, schmeißen wir ihn weg. Dabei interessiert uns erstmal nicht, ob es jetzt ein langsamer, harter, düsterer oder fröhlicher Song ist. Dass viele der Songs jetzt ein wenig düsterer geworden sind, ist halt nun mal dabei herausgekommen. Dass es ein wenig härter und aggressiver werden und ein wenig von zu fröhlichen Popnummern wie „Glory Days To Come" weggehen soll, hatten wir uns aber wirklich vorher vorgenommen.

Ossi: Nichtsdestotrotz sind aber auch auf dem neuen Album natürlich auch wieder poppige Songs wie z.B. „Up In The Air" oder „Train Song" zu hören.



Musik Base Stichwort „Train Song". Der ist ein gutes Beispiel dafür, dass ihr oft bitterböse Texte schreibt, die irgendwie so gar nicht zum fröhlichen Sound passen wollen.

John: Ja auf jeden Fall. Das macht mir sehr viel Spaß. Gerade bei „Train Song" mit der Kettensäge usw. ist das schon ziemlich heftig geworden. Aber ich finde immer, dass man eine gewisse Balance in seinen Songs haben und eine Melodie in so einem Fall mit einem eher gegensätzlichen Text ausgleichen sollte.



Musik Base: Momentan kommen immer mehr Bands mit nur zwei Musikern ans Tageslicht. Was haltet ihr von der allgemeingültigen Kategorisierung heutzutage? Bands wie ihr, Death From Above, The Kills, oder Blood Red Shoes werden oftmals einfach aufgrund der Bandbesetzung in einen Topf geschmissen - und immer auf die White Stripes bezogen.

John: Ja, diese Vergleiche sind wirklich kompletter lächerlich. Die Bands, die du genannt hast, sind gute Beispiele dafür. Von den genannten Bands klingen keine zwei auch nur ansatzweise gleich; trotzdem werden sie immer zusammen genannt und verglichen. Das ist so engstirnig und wahrscheinlich einfach Faulheit, da man Bands so am leichtesten unter einen Hut bekommt. Wenn die Sängerin der Yeah Yeah Yeahs zum Beispiel auch noch Gitarre spielen würde, und sie den Gitaristen rausschmeißen würden, würden sie auch in dieser Schublade landen. Denn dann wären sie auch zu zweit. Einen Bass haben sie ja auch nicht.



Musik Base: Eure größten Erfolge habt ihr, neben eurer Heimat Schweden, bisher in Deutschland gefeiert. Wo wird es in Zukunft für Johnossi noch hingehen?

Ossi: Obwohl wir in Schweden auch noch recht viel spielen, haben wir in Deutschland momentan am meisten zu tun - weil es ein größeres Land ist, und weil es hier auch sehr viel mehr Auftrittsmöglichkeiten und in Musik interessierte Leute gibt. Daher ist Deutschland momentan auch unser Lieblingsland. Bei der Tour kommen dann ja noch Österreich und die Schweiz hinzu. Das bringt uns eine Menge Konzerte, und im Umkehrschluss auch wieder mehr Aufmerksamkeit in Schweden, da die Leute dort nun denken „Oh, wenn Johnossi in Deutschland so beliebt sind, muss da ja wirklich was dran sein."

John: Nach dem Sommer wird das Album dann auch in anderen Ländern veröffentlicht - England zum Beispiel, vielleicht USA. Dort ist schon unser erstes Album erschienen, aber für „All They Ever Wanted" suchen wir dort noch ein neues Label. Deutschland ist also quasi der erste Schritt für uns. Nach den Festivals soll dann der Rest von Europa und wahrscheinlich auch die USA folgen.



       

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