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Kenna - Der Newcomer im Interview

veröffentlicht Dienstag, 19. Februar 2008, 00:00 Uhr

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Etwas abgespannt sitzt Kenna in Berlin im Büro von Universal. Seine tiefe Stimme klingt müde, als er erzählt, dass er gerade aus London kommt. Dort hatte er schon zwei Tage lang Radiopromotion gemacht, bevor in Deutschland die nächsten Termine wahrnimmt.

Bist du zum ersten Mal in Deutschland?

Ja, in der Tat. Ich bin wirklich zum ersten Mal hier. Als ich einmal nach Äthiopien geflogen bin, habe ich einen Zwischenstopp in Deutschland gemacht. Allerdings habe ich da nicht den Flughafen verlassen, sondern bin lediglich umgestiegen.

Wie lange bist du noch in Deutschland?

Nur noch bis morgen. Dann fliege ich wieder nach England und mache eine Tour mit Mark Ronson, der bei den Brit - Awards einen Auftritt hat, und ich werde bei seiner darauf folgenden Tour als Support dabei sein. Ende März komme ich noch Mal nach Europa und besuche andere Teile des Kontinents.

Lass uns über deine Musik sprechen. In deiner Biografie steht, dass The Cure und U2 zu deinen zentralen Einflüssen gehören. Irgendwie habe ich bei der Aufzählung Künstler wie Marvin Gaye , James Brown ....

(unterbricht)... oder Rick James vermisst? (lacht)

Genau...

Weißt du, die Rockeinflüsse haben mich zu der Musik hingeführt, beziehungsweise dazu, selbst Musik zu machen. Aber es gibt noch viel mehr Einflüsse, die mich geprägt haben. Wie beispielsweise Michael Jackson,
Sam Cook ...

Was ist mit The Beatles oder Jimi Hendrix ?

Auf jeden Fall... die ganzen Sachen aus den sechziger und siebziger Jahren zählen zu meinen absoluten Favoriten. Vor allem The Beatles! Oder die frühen Genesis. Mein Lieblingsalbum von Hendrix ist „Axis - Bold As Love." Von den Beatles find ich das „White Album" am Besten...

Zu Beginn des Interviews hast du mir gesagt, dass du schon öfter in Äthiopien warst. Was sind aus deiner Sicht die Unterschiede zwischen Äthiopien und Europa bzw. Amerika?

(nachdenklich) Unglücklicherweise ist Äthiopien ein sehr armes Land, welches stark durch Hierarchien geprägt ist, die weit weniger durchlässig sind, als es woanders der Fall ist. Es gibt ein paar reiche Leute an der Spitze, die es gut verstehen ihren Reichtum zu schützen, und eine große Menge armer Menschen. So etwas wie eine Mittelklasse gibt es da einfach nicht. Das sympathische an dem Land sind die Menschen. Sie helfen sich gegenseitig. Der Individualismus ist weit weniger ausgeprägt als in reichen Ländern, da die Menschen aufeinander angewiesen sind. Man spürt die Liebe zwischen den Menschen viel deutlicher.

Hörst du auch Musik aus der Region, beziehungsweise gibt es musikalische Einflüsse aus Äthiopien, die dich prägen?


Die Werte und Mentalität haben mich auf jeden Fall beeinflusst. Vor allem die Leidenschaft, mit der die Menschen dort interagieren und auch Musik machen. Meine Familie hat seit Generationen dort gelebt, und diese afrikanische Attitüde ist fest in mir drin. Aber eine konkrete Musikrichtung aus der Region hat mich bisher noch nicht beeinflusst. Vielleicht ändert sich das in der Zukunft.

Gibt es populäre Musiker aus der Region, die man auf der internationalen Bühne noch nicht so wahrgenommen hat?


Popmusik ist dort noch nicht so ausgeprägt. Mittlerweile ändert sich das so langsam. Ein paar Musiker ziehen von Äthiopien in die Vereinigten Staaten. Dort haben sie die Möglichkeit professionelle Aufnahmen zumachen. Man wird sehen, wie sich das entwickelt.

Du warst mit Dave Gahan auf Tour. Was war die beste Erfahrung bei der Tour?

Direkt am ersten Tag, als ich gerade den Soundcheck machte, kam Dave Gahan auf die Bühne und sagte, dass er meinen Sound cool findet. Für mich war dieses Erlebnis auf jeden Fall die beste Erfahrung, da ich ein großer Fan von Depeche Mode bin.

Zum Schluss habe ich noch ein paar Begriffe auf meiner Liste, und bitte dich, mir ganz spontan zu sagen, was dir dazu einfällt. OK?

Klar, leg los...

Hip - Hop?

Kanye West rettet ihn!

Hillary Clinton?

Möglicherweise die nächste Präsidentin der Vereinigten
Staaten....

Barack Obama?

Hoffentlich der nächste Präsident.

John McCain?

(lacht) Er sollte nie wieder öffentlich singen!


Interview & Übersetzung: Klaus Polajner



       

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