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Ricky Martin: „Aus Angst verdrängte ich meine Homosexualität“
Ricky Martins Coming-Out war 2009 für viele Fans und Medienbeobachter eigentlich keine große Überraschung mehr. Jetzt berichtet der Popstar, wie sehr er unter der Verdrängung seiner Homosexualität gelitten hat.
„Es war die Hölle im Geist. Am 29. März 2009 beschloss ich dann endlich, der Hölle, die in meinem Geist tobte, ein Ende zu setzen und meine Wiedergeburt gebührend zu feiern,“ berichtet Ricky Martin in seiner jetzt auch in deutscher Fassung erschienen Autobiografie „Ich“. “Ich beschloss, der Welt mitzuteilen, dass ich zu meiner Homosexualität stehe und sie als Geschenk des Lebens zelebriere.“ An dem Märztag vor zwei Jahren hatte der Sänger beschlossen, sich auf seiner Homepage offen zu seiner Homosexualität zu bekennen.
Bis zu dem Zeitpunkt hatte es schon lange Gerüchte über die sexuellen Neigungen von Ricky Martin gegeben. Die Gerüchteküche geriet noch mal richtig ins Kochen, als der Popsänger 2008 seine Zwillinge von einer Leihmutter austragen ließ. Für Martin war es bis zu seinem Coming-Out ein harter Weg. Lange Zeit hatte er selbst mit seiner Homosexualität gekämpft. Die Verdrängung beziehungsweise die Verheimlichung vor der Öffentlichkeit nahm fast schizophrene Züge an: In der Öffentlichkeit und auf der Bühne war der Popstar der Frauenheld Ricky und privat war er der schwule Kiki.
Der gebürtige Puertoricaner beschreibt in seiner Autobiagrafie auch das jahrelang schwierige Verhältnis zu seinem Vater und zur katholischen Kirche. Seine ersten sexuellen Erfahrungen sammelte Ricky Martin mit Frauen. Er wolle unbedingt die an ihn gestellten Erwartungen erfüllen. „Ich wusste, dass ich meine Pflicht erfüllen musste,“ erinnert er sich. Schließlich war (und ist) er ein feuriger Latino und zudem damals Mitglied der Boy-Band Menudo.
Der Sänger hatte auch einige Beziehungen mit Frauen, aber schon früh sexuelle Erfahrungen mit Männern gemacht. Mit seinen schwulen Neigungen hatte er aber lange Probleme. „Als ich meine Homosexualität entdeckte, war ich so entsetzt“, schreibt der Sänger in seinem Buch. „Wir waren von unserer Kultur darauf eingestellt, dass Liebe und Anziehung zwischen zwei Männern eine Sünde ist. Aus Angst verdrängte ich deshalb meine Neigungen, anstatt zu ihnen zu stehen.“ Ricky Martin ist aber zudem auch jahrelang von seinem Management zu einer Verheimlichung seiner Homosexualität gedrängt worden, um so keine weiblichen Fans zu verlieren.





