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Tragödie bei der Loveparade: Wer trägt Schuld?

veröffentlicht Dienstag, 27. Juli 2010, 00:00 Uhr
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Nach der Katastrophe bei der Loveparade mehren sich Kritik und schwere Vorwürfe an die Stadt und den Veranstalter. Bei der Loveparade in Duisburg waren am Samstag 19 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 300 sind verletzt worden. Die Tragödie geschah, nachdem eine Massenpanik in einem Tunnel und in unmittelbarer Nähe ausgebrochen war.

Der Tunnel war sowohl Eingang wie auch Ausgang des Party-Geländes am alten Duisburger Güterbahnhof. Von beiden Seiten strömten Menschenmengen in den Tunnel, es kam zu einem dichten Gedränge, viele Menschen sahen keine anderen Ausweichmöglichkeit mehr, als eine schmale Treppe oder Lichtmasten, einige stürzten ab. Andere fielen im Gedränge, konnten sich nicht mehr aufrichten.

Das Sicherheitskonzept für die Veranstaltung wird in Frage gestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit gestern wegen fahrlässiger Tötung und beschlagnahmte die Akten der Stadtverwaltung Duisburg und die Planungsunterlagen des Veranstalters. Wie „Spiegel-Online“ berichtet, gab es bereits vor der Massenparty Kritik der Polizei und der Feuerwehr. Die Polizei hatte vor Problemen gewarnt und zusammen mit der Feuerwehr Duisburg ein weiterreichendes Konzept für die Veranstaltung entwickelt, mit dem sie sich jedoch in der Stadt nicht durchsetzen konnten. Nach diesen Plänen der Polizeiführung sollte eine Nadelöhr-Situation verhindert werden, indem die Besucher großflächiger anreisen. Diese Strategie hätte einen wesentlich größeren Personaleinsatz erfordert und sei von der Stadt Duisburg letztlich verworfen worden. 

Inzwischen liegen der Staatsanwaltschaft einige Strafanzeigen vor, wie die „Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung“ berichtet, unter anderem von einem Feuerwehrmann, der genau vor der Gefahrenstelle gewarnt hatte, an der sich die Tragödie dann ereignete. Die Stadt Bochum hatte die Loveparade im letzten Jahr abgesagt, weil man davon ausging, die Sicherheit nicht gewährleisten zu können. Der damals amtierende Polizeipräsident Thomas Wenner hatte so entschieden und äußert sich laut „Tagespiegel“ jetzt zur Tragödie in Duisburg: „Ich zeige den Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, die leitenden Beamten der Stadt und die Veranstalter an.“

Weitere Stimmen:
„Das ist kein tragisches Unglück, sondern ein Verbrechen. Befruchtet haben sich die Geltungssucht der Lokalpolitik, die Profitsucht der Veranstalter, auf beiden Seiten gut gedüngt durch totalen Amateurismus.“ Marek Lieberberg, Deutschlands führender Konzertveranstalter in der „Süddeutschen Zeitung“.
„Die Veranstalter haben einen krassen Managementfehler begangen. Wie kann man denn Menschen nur durch einen einzigen Zugang auf das Gelände lassen. Das ist ein Skandal. Die  Veranstalter sind schuld. Die haben doch gewusst, dass es voll wird.“ Dr.  Motte (Matthias Roeingh), Erfinder der Loveparade.


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