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We Are Scientists - Interview zum neuen Album

veröffentlicht Mittwoch, 12. März 2008, 00:00 Uhr

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Zum Übermorgen erscheinenden, zweiten We Are Scientists - Album "Brain Thrust Mastery" plauderten wir mit Sänger Keith Murray über Erwartungen, Einflüsse - und über Briten.


Musik Base:

Was denkst du über euer aktuelles Album „Brain Thrust Mastery" im Vergleich zum Vorgänger „With Love And Squalor"?

Keith:

Es ist definitiv abwechslungsreicher und irgendwie erforschender als das letzte Album. Auf „With Love And Squalor" gab es fast nur Tanz-Songs zu hören. Auf dem neuen Album wollten wir einfach ein paar neue Stile vereinen. Auch, weil wir es einfach satt hatten, ununterbrochen fröhliche Indiedisco-Songs zu spielen.

 

Musik Base:

Was denkst du, wie die Reaktionen der Hörer ausfallen werden?

Keith:

Ich denke, Leute, die uns noch nicht kennen, werden das Album auf jeden Fall leichter verstehen als Leute, die uns kennen und vielleicht aufgrund des letzten Albums schon Fans sind. Einige werden bestimmt überrascht sein und denken „Was ist denn mit We Are Scientists" passiert? Aber wenn sie sich damit abgefunden haben, dass unser Stil sich ein wenig geändert hat, dann werden sie es mögen. Ich jedenfalls mag es viel lieber als das erste Album. Das ist natürlich immer etwas abgedroschen, da alle Bands ihr aktuelles Album als ihr bestes verkaufen, aber ich meine es wirklich so. Ich weiß, es gibt viele Leute da draußen, die gerne neue Hitsingles in Richtung „Nobody Move, Nobody Get Hurt" hören würden. Aber bevor wir das tun, hätten wir uns wahrscheinlich eher aufgelöst oder umgebracht. Es ist nicht so, dass ich „With Love And Squalor" nicht mag, aber wir spielen die Songs jetzt seit drei Jahren, und noch mehr Songs schreiben, die genau so klingen, war wirklich das Letzte, was wir wollten.

 

Musik Base:

Euer Schlagzeuger Michael Tapper hat die Band vor ein paar Monaten verlassen. Was waren die Gründe dafür?

Keith:

Michaels Ausstieg hatte einige Gründe. Er lebt jetzt in Los Angeles, wir immer noch in New York. Er war also beim Schreiben des Albums nie wirklich da. Außerdem war er derjenige von uns, der eh noch nie so wirklich vom ständigen Tourleben begeistert war. Er hat jetzt eine Freundin in Los Angeles, mit der er einfach mehr Zeit verbringen will. Sie haben dort ein Haus gekauft, und es war einfach eine Entscheidung für einen neuen Lebensstil.

 

Musik Base:

Habt ihr schon einen Ersatzmann gefunden?

Keith:

Wir haben einen Drummer für die anstehende Tour gefunden, aber ich denke nicht, dass er dauerhaft dabei sein wird. Wir haben auf der Tour einen Keyboarder dabei, der in der gleichen Band spielt. So haben wir ihn kennen gelernt. Möglicherweise geht es nach der Tour dann noch weiter, aber im Moment ist eine Zusammenarbeit nur für die nächsten paar Monate geplant.

 

Musik Base:

Würdest du sagen, dass es bei Erfolg und öffentlicher Wahrnehmung von We Are Scientists einen großen Unterschied zwischen Europa und eurer Heimat USA gibt?

Keith:

Ja auf jeden Fall. Die TV- und Radiolandschaft im Allgemeinen ist in den USA ganz anders als in Europa. Die meisten Bands, die hier in Europa schon recht groß sind, sind in den USA so gut wie gar nicht präsent - unter anderem wir. In den USA sind wir eine richtige Indie-Band im wahrsten Sinne des Wortes. Wir werden dort in College Radios gespielt, haben aber keinerlei wirklichen Mainstream-Erfolg. In Europa werden wir einfach mehr anerkannt - und auch im kommerziellen Rundfunk gespielt.


Musik Base:

Ich könnte mir vorstellen, dass viele Leute denken, ihr kommt aus Großbritannien. Ein Großteil der aktuellen Bands eurer Stilrichtung kommen auch dorther. Ist das so?

Keith:

Ja, wir passen definitiv gut in die Großbritannien-Schublade. Sogar in den USA denken sehr viele Leute, dass wir Briten sind. Die amerikanischen Journalisten sind oftmals ganz geschockt, wenn sie meinen amerikanischen Akzent hören. Es gibt aber schon Unterschiede. Ich will das gar nicht verurteilen, aber viele britische Bands sind sehr an Style, Klamotten und einem Auftreten als richtige Rockstars interessiert. Das macht bestimmt Spaß, aber Bands aus den USA sind meist nicht so glamourös. Bei uns ist das ähnlich. Wir haben nicht so einen ausgeprägten Sinn für Mode und all das Rockstar-Gehabe, sind aber trotzdem sehr individuelle und ausgeprägte Charaktere denke ich.


Musik Base:

Gibt es momentan Bands in der Richtung - aus Großbritannien oder sonst wo - die ihr gerne hört?

Keith:

Auf jeden Fall. Die Klaxons zum Beispiel mag ich sehr gerne. Dann fallen mir da noch The Horrors ein. Erst dachte ich, bei denen geht es auch nur um Style und so, aber mittlerweile finde ich sie richtig gut. Ach ja, und ich liebe natürlich die Arctic Monkeys . Aber so ganz spontan ist die Frage echt schwer.

 

Musik Base:

Und ältere Bands? Wer hat We Are Scientists maßgeblich beeinflusst?

Keith:

Da fallen mir als erste Velvet Underground ein. Dann David Bowie natürlich. Pavement finde ich auch großartig. Das ist aber eher meine persönliche Meinug. Chris ( Cain, Bassist) mag David Bowie auch sehr, auf die anderen genannten steht er aber nicht so sehr wie ich.

 

Interview: Alexander Meyer


       

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