CD Kritik
Milow: Sattes Album aus Belgien
Milow: Sattes Album aus Belgien
"Milow" von Milow, aka Jonathan Vandenbroeck. Im Grunde ist dieses Album, welches jetzt hier in Deutschland als neu auf den Markt kommt, "nur" eine Zusammenfassung der beiden Erfolgsalben, die der smarte Belgier bereits in den letzten Jahren in seiner Heimat veröffentlicht hat. Was nicht heißen soll, dass es nicht gut ist. Hier in Deutschland hat bisher vor allem der Smashhit "Ayo Technology" eingeschlagen, ein Cover von 50 Cent, das die schmutzigen Lyrics mit Akustikgitarre zu einem neuen Sounderlebnis verbindet. Grundsätzlich ist das ganze Album auch so, sprich sehr gute handgemachte Musik, viel Akustikgitarre - aber auch Band, und schöne bis nachdenkliche Texte. "You don't know", sein erster Tophit in Belgien, hat auch hier das Zeug zum Erfolg. Die melancholische Nummer hat viel Drive und einen Text, der zum Nachdenken anregt. "Canada" ist einfach nur schön und beschwingt, "The Ride" sehr pathetisch - aber gut! - und "House by the Creek" erzählt zum Walzertakt eine traurige Geschichte. Mit "The Priest" ist auch ein Titel auf dem Album, der mit Gospelsounds und einer satten Überlänge von mehr als sieben Minuten aufwartet. Der wohl anrührendste Song ist "Stephanie", über eines der bekanntesten Mordopfer in Belgien - eine ehemalige Freundin seiner Stiefschwester -, die auf diese Weise mit ihrer Geschichte immer in Erinnerung bleiben soll. Die Musik von Milow ist deutlich von seinen großen Vorbildern wie Neil Young und Bruce Springsteen beeinflusst, und stellt so einen Mix aus gängigem Pop mit Folk, Rock und Country dar. Fazit: Der Singer/Songwriter, der alles im Alleingang macht, vereint hier viele Songperlen auf einem tollen Album, welches sich auf jeden Fall zu hören lohnt. Zwar finden sich auch hier mainstreamangelegte Songs wieder, die man so auch schonmal anders gehört hat, aber vielleicht ändert sich das ja mit der Zeit und Milow wird unangepasster. Gute Geschichten erzählen, Stimmungen erzeugen und Musik machen kann er auf jeden Fall.




