CD Kritik
Rien ne va plus, Madame Bruni!
Rien ne va plus, Madame Bruni!
Zumindest hat man beim Hören des neuen Albums der französischen Präsidentengattin so den Eindruck, dass sie nichts wirklich Neues auf Lager hat. Wer das vorherige Album „Quelqu\'un m\'a dit“ kennt, der wird feststellen, dass sich dieses Album absolut genauso anhört. Leichter, lässiger, lasziver französischer Chanson, der sich zwar als Hintergrundmusik für eine Bar oder ein Restaurant ganz gut eignet, aber nicht im Kopf hängenbleibt. Die Stimme von Carla Bruni eignet sich zwar gut für diese Art der Musik, bleibt aber insgesamt eher dünn, was auch daran liegt, dass die meisten Titel eher gehaucht als gesungen sind. Musikalisch gesehen reiht sich Madame Bruni hier also in die Reihe der französischen Chanson-Interpreten ein, die bis auf wenige Ausnahmen weder eine großartige musikalische Komplexität gezeigt haben, noch Mut bei der Auswahl der Texte. Ohrwurmqualität hat auf diesem Album keiner der Titel. „Ta tienne“, welches ihrem Gatten gewidmet ist, hat zwar mehr Rhythmus als die anderen Stücke, geht aber auch am Ohr vorbei. Neben den französischen Stücken finden sich auch ein englischer Song namens „You belong to me“ auf dem Album, welcher 1952 geschrieben und bereits von Patti Page und Dean Martin interpretiert wurde, und ein italienischer Song namens „Il vecchio e il bambino“, geschrieben von Francesco Guccini. Fazit: Für Liebhaber des französischen Chanson sicherlich eine ganz gute Scheibe. Für alle anderen gilt wohl eher der Albumtitel „Comme si de rien n\'était“, was sich ungefähr übersetzen lässt mit „als wäre nichts gewesen“. Denn genau das empfindet der geneigte Hörer nach dem Hören dieses Albums, da es absolut keinen Eindruck hinterlässt.




