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Björk kämpft gegen den Ausverkauf der isländischen Natur
Die isländische Sängerin Björk kämpft mit Karaoke für die Umwelt. Am Montag konnte sie der Regierung in Reykjavik eine Liste mit 48.000 Stimmen übergeben. Mit der Aktion fordern die Künstlerin und die Bürger, die ihre Unterschrift gaben, dass die Bevölkerung über den Umgang mit den isländischen Naturressourcen abstimmen soll.
Die angestrebte Volksabstimmung soll verhindern, dass die Energieunternehmen Islands und damit die Nutzung natürlicher Ressourcen privatisiert wird. Islands Banken sind pleite, die Staatskasse ist leer. Die heißen Quellen der Insel versorgen ganz Island mit Strom und Fernwärme. Diese Schätze der Natur sind nach Ansicht von Björk und vielen Isländern bedroht: Die kanadische Aktiengesellschaft Magma übernahm vor kurzem mit HS Orka einen der größten Energieproduzenten Islands samt der geothermischen Quellen.
Die Übernahme durch die Kanadier löste einen Proteststurm aus. „Die schrecklichen Geschäfte mit dem kanadischen Unternehmen Magma sind ein gefährlicher Präzedenzfall. So wird der Ausverkauf der isländischen Natur eingeleitet“, empört sich Björk. Auch wenn Island von der internationalen Finanzkrise gebeutelt ist, steht für die Sängerin fest: „Dieser Naturschatz darf auch nicht aus Geldnot verscherbelt werden.“ Der Pachtvertrag mit der kanadischen Firma Magma soll auf 65 Jahre angelegt sein. Diese langfristige Verpflichtung kommt in den Augen der Kritiker einer Enteignung zukünftiger Generationen gleich. Björk verglich das Verhalten der kanadischen Investoren mit „Aasgeiern“.
Mit dem dreitägigen Karaoke-Wettbewerb „The Voice of the People“ sammelte Björk jetzt 45.000 Stimmen für eine Volksabstimmung über den Umgang mit den natürlichen Energiequellen. Damit sprachen sich mehr als 20 Prozent der stimmberechtigten Bürger Islands für das Referendum aus. Björk stand bei der dreitägigen Aktion selbst auch immer wieder auf der Bühne. Nachdem die Unterschriftenlisten bei Ministerpräsidentin Johanna Sigurdardottir abgegeben waren, sagte Björk: „Es ist sehr gut gelaufen, allerdings sind wir uns nicht ganz einig, was jetzt geschehen soll.“
Nach den weiteren Forderungen der Aktivisten sollen die Naturressourcen Islands zu öffentlichem Eigentum erklärt werden. Die am 21. November 1965 in Reykjavik geborene Björk engagiert sich seit einigen Jahren für die Natur und die Umwelt ihrer Heimat.





